Freitag, 22. Juni 2018

Auf zum Pico auf Pico

Wer sich die Insel mal auf Google Earth anschaut spürt sofort: der Berg schreit förmlich danach bestiegen zu werden. Der Gipfel hat 2351 m - und ist damit nicht nur der höchste Berg der Azoren sondern von ganz Portugal - und die Wanderung beginnt an der Montanha do Pico auf ca. 1200 m.
1150 Höhenmeter ist zwar durchaus sportlich - vor allem, weil es auch wieder herunter geht - aber machbar. Das Wetter war die letzten beiden Tage durchwachsen. Für heute war die Vorhersage gut. Morgens sollte es noch etwas regnen, aber gegen Mittag aufklaren. 
In der Hütte muss man erst einmal 20€ zahlen und sich registrieren lassen. Dafür bekommt man einen GPS Tracker mit Telefon. Man wird quasi überwacht und bekommt einen Anruf, wenn man neben der Spur ist. Klingt gut, hat auch seinen Grund. Der Weg ist grundsätzlich nur grob durch Pfähle gekennzeichnet, die im Abstand von 60 bis 200 m stehen. Eigentlich sollte man den jeweils folgenden und vorherigen sehen können. Eigentlich.
Und dazwischen ist Freestyle angesagt. Da geht es über große und kleine Steine. Kein vorgezeichneter Weg und da wählt man oft nicht den optimalen. Noch ein kurzer Blick zurück auf einen kleine Kegel, der zu einer tiefen Röhre führt, und dann gehr echt bergauf.



Die Wolken hingen tief - ziemlich anstrengend und kein Motiv zum Fotograferen. Dann kommt irgendwann der Kraterrand - und ein unglaublich starker Wind. Nach einer kurzen Ebene geht es dann auf die Spitze - das ist dann schon Klettern - und nach 2:50 h ist es geschafft.
Dieses letzte Stück ist der Nippel, den man bei schönem Wetter gut aus allen Ecken der Insel sehen kann. Inzwischen hat das Wetter etwas aufgeklart und alle machen Fotos. Es ist ganz gut Betrieb am Berg.



Es muss ziemlich kalt und nass gewesen sein - mein Handy und damit mein Fotoapparat hat sich verabschiedet und ich brauche eine Weile, bis ich es reaktiviert habe. Nach kurzer Stärkung an einer windstillen Stelle geht es weiter hinab. Und jetzt wird es nervig, denn es zieht wieder Nebel auf und ich kann meine Brille alle 5 min putzen, weil die Gläser beschlagen und zum Teil gefroren sind. Das nervt. Und der Pfahl mit der Nummer 6 war von der 7 aus wegen des Nebels auch nicht mehr zu sehen. Gut, dass genügend Leute hier lang kommen. Der Abstieg zieht sich hin und ich sehe aus wie ein Schwein, als ich nach 4 h wieder in der Hütte ankomme.
Und so sieht die Wanderung dann auf Google Earth aus:



Danach habe ich mir den Nachmittag am Pool - im Hintergrund die Nachbarinsel Faial - wohl verdient. Der Pico hat inzwischen eher Ähnlichkeit mit einem UFO und ist komplett von Wolken eigehüllt.






Und auch das leckere Essen im Restaurant Marisquiera Ancoradouro habe ich mir verdient. Es gibt den Seafood Espedada und Pico Wein.
Danach klärt sich auch der Pico wieder auf und in der Nähe des kleinen Hafens gibt es dann auch noch ein Fest mit lokaler Tanz- und Gesangsdarbietung. Jetzt noch 2 km zu Fuß ins Hotel und ab ins Bett. 



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