Nach Einsammeln der Trinkgelder und Verabschiedung stand ein längerer Reisetag in 2 Toyota Land Cruisern an. Ich bin es nicht gewohnt und schnell wird man vom Beifahrer Syndrom erwischt: man wird schläfrig und achtet gar nicht mehr darauf, wo man ist. Mangels ausreichend detaillierten Kartenmaterial wegen fehlender Internetverbindung ist das auch schwierig. Dieses Problem habe ich immer noch nicht gelöst und es sieht so aus, als ob es die kommenden Tage nicht besser wird. Die Camps sind alle irgendwo in der Nähe des Ngorongoro Kraters und in der Serengeti - keine Chance auf WLAN.
Ich sehe eine Menge Mobilfunk-Schilder an Läden entlang der Straße, aber unser Guide meint, das würde zu lange dauern (Passbild etc.) - was ich nicht so recht glauben kann.
Unsere Stops sind vorgeplant. Wir fahren westlich des Mount Meru entlang und streifen einen Vorort von Arusha. Erster Stop ist ein Kitschladen, in dem reger Betrieb herrscht. Wahrscheinlich haben die Guides eine Auflage, hier zu halten. Ich überlege kurz, ob ich eine 2 m hohe Giraffe für mehr als 1000 Euro erstehe, denke dann aber an das Ende bei Hummeldumm und nehme Abstand ... :-)
Der zweite, längere Halt ist im sogenannten Mückendorf, oder Mta wa Mbu. Das Interessante hier sind nicht die Mücken, sondern die Tatsache, dass hier alle 120 Stämme Tansanias mit sehr unterschiedlichem Glauben friedlich zusammen leben. Vielleicht sollte man mal eine Delegation in den Nahen Osten schicken ....
Außerdem liegt dieses Dorf direkt vor dem 600 m hohen Grabenbruch. Das ist die Stelle, an der sich in ein paar Millionen Jahren wohl der östliche Teil Afrikas abspalten wird. Der Anfang ist gemacht ...
Hier empfangen uns 2 junge Mitarbeiter des Touristenvereins und gehen mit uns ca. 1,5 h durch den Ort. Zunächst beobachten wir die Arbeit auf den Reisfeldern. Kein schöne Vorstellung, diese Felder pflegen zu müssen. Bevor wir in einer lokalen Gaststätte frisch zubereitete Essen verspeisen, müssen wir noch eine abenteuerliche Tour durch eine Bananenplantage absolvieren und bekommen Bananenbier und -wein zum Probieren. Beides nicht mein Geschmack.
Bevor es die letzten Kilometer zu unserem heutigen Camp auf 1950 m irgendwo im Nirgendwo in der Nähe des Lake Eyasie geht, machen wir noch einen kurzen Stopp am Aussichtspunkt im 600 m tiefer gelegenen Krater, in den wir morgen hinein fahren werden. Das Camp besteht wieder aus einigen verteilten großen Zelt-Häusern und ich bin sicher, heute Nacht wird es kalt.
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