Samstag, 8. Oktober 2022

Unerwartete nächtliche Action und das war’s dann auch

Nein, wir haben uns nicht ins lokale Nachtleben gestürzt - schade eigentlich. Vor Anker liegend in einer mehr oder weniger einsamen Bucht mit Abstand von einigen zig Metern zum Ufer ist das auch eher kompliziert.
Und genau das war das Problem: im Halbschlaf bekam ich mit, dass sich im Zeltdach, unter dem ich die letzten Tage nächtigte, in regelmäßigen Abständen der Wind verfing. Und er wurde stärker. Es war aber dennoch kuschelig und ich bin wieder eingeschlafen. Mein Nachbar glücklicherweise nicht. Denn der Anker hatte sich gelöst und wir trieben schon eine ganze Strecke in Richtung Fjordmitte. Also Käptn wecken und wieder zurück, dieses Mal zusätzlich mit Uferleine. Gegen 5 Uhr im Stockdunkeln ging es mit dem Beiboot und Taschenlampe ans Ufer. Danach waren alle müde - dementsprechend spät sind wir aufgestanden.
Aber heute stand ja auch nichts mehr an. Ok, noch mal 50 km - mangels Wind wieder mit Motor - zurück nach Pula. Tanken, Saubermachen und umpacken.
Vorher noch eine Stärkung mit frischem Bauernfrühstück - das nebenbei den Kühlschrank so gut wie möglich leerte - und 2 Badestopps, eine davon in einer gut belebten Bucht.



An der Tanke standen ganze 12 Boote. Den Versuch sich vorzudrängeln haben wir dann doch verworfen und akzeptierten die Extrakosten.
Der Check-In verlief problemlos. Klar hatte der Angestellte ein paar Kleinigkeiten anzumerken, aber nichts Dramatisches. Noch die Burger und den letzten Abwasch zum Abschluss - kurz darauf war dann alles verstaut oder entsorgt und es ging zurück.
Dieses Mal nicht im Konvoi. Die Teams zweier Autos hatten aus der Hinfahrt gelernt und machten irgendwo in den Alpen einen Hotelstopp. Hätte ich eigentlich auch befürwortet, war aber im 3. Auto. Doch mit dem sind wir gut, schnell und wohlbehalten, aber hundemüde kurz vor 6 Uhr daheim gelandet. Die anderen am Nachmittag. Also, alles gut. Viel Spaß und keine Verluste. Mehr kann man nicht verlangen. Aber, vielleicht gibts ja doch noch was zu verbessern?
Auf jeden Fall hat die Truppe Blut geleckt, was die „Südsee“ betrifft und unverbindlich wurde schon mal wieder das erste Oktoberwochenende 2023 blockiert - für die gleiche Gegend.



Fazit und Lessons learned
  • die Adria Anfang Oktober ist ein tolles Ziel, kann es zumindest sein
  • mit den vielen vorgelagerten Inseln und Buchten gibt es mehr als genug Ziele für eine Woche auf dem Boot
  • mit 20 +/- 2 Grad ist tägliches Schwimmen Pflicht
  • Kroatien als Land scheint ein lohnendes Ziel zu sein, auch wenn wir vom Land nicht so viel mitbekommen haben
  • Anreise über Nacht ist eher zäh. Besser früh morgens los fahren oder auf halber Strecke eine Nacht verbringen 
  • wir hatten viel zu viel Milch
  • wir haben auch zu viel Müll verursacht. Vorschlag fürs nächste Mal: keine 40+ 0,5 l Einwegflaschen mit Wasser, stattdessen 7 persönlich zugeordnete Flaschen und große Flaschen oder Wassertanks
  • Wenn ich ins Ausland fahre möchte ich auch immer etwas vom Land kennen lernen, um mir eine Meinung bilden zu können. Auch wenn das nicht primäres Ziel eines Segeltörns ist, lässt es sich sicher kombinieren - und kam hier viel zu kurz. 
  • Warum nicht 2 oder 3 Tage vor Ort essen gehen und sich die Orte anschauen, statt mit 3 voll beladenen PKWs Essen durch halb Europa zu karren? Der Rover allein hatte Spritkosten von 500€! Dazu kommt noch Maut, Vignetten. Dafür kann man auch mit 7 Leuten locker 2 Mal essen gehen - inklusive Hafengebühren. Und dann reichen auch 2 Autos - auch gut für den Fußabdruck. 
  • Vielleicht kann man ja auch Lebensmittel lokal einkaufen oder z.B. Bierkästen beim Bootsverleiher anfragen und damit die Leute vor Ort zu unterstützen. Was in Dänemark, Schweden oder Norwegen wegen extrem hoher Kosten Sinn macht, muss nicht unbedingt für den Süden Europas passen. 
Na ja, es hat über 10 Jahre gedauert, die Destination zu ändern. Schaun wir mal …😉

1 Kommentar:

  1. Jetzt habt ihr einmal Wind und segelt ein wenig davon, dann ist das auch nicht richtig. ;-)
    Mein erstes GPS anno 1997 hatte schon einen "Ankeralarm". Gibt es das noch nicht auf der Apple Watch? :-)

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