Sonntag, 21. Mai 2023

Von der Nuthe ins Konzert

Dieser Mai ist ein ziemlich kühler. Aber heute soll es warm werden unser Paddel-Pärchen macht den Vorschlag, doch mal die Nuthe bei Potsdam zu erkunden. Gute Idee! Die ersten etwa 300 m hatte ich schon vor ziemlich langer Zeit einmal und nächste Stück bis zum Wehr stand ohnehin auf meiner Liste. 
Bevor wir uns in Richtung Potsdam aufmachen muss der zweite Kajakhalter noch auf meinen Dachgepäckträger geschraubt werden, denn dessen eigentlicher Unterbau  passt nicht auf den Ersatzwagen mit dem die beiden anderen gerade unterwegs sind. Na, so sieht es doch ganz cool aus. 
Es dauert eine Weile, bis wir Parkplatz und Einsatzstelle gefunden haben, aber dann geht es nur kurz über die Havel und wir entscheiden uns, nicht den Schildern Richtung Nordsee oder Ostsee zu folgen, sondern direkt in die Nuthe zu paddeln.




Und dort wird es auch gleich sehr entspannt. Im Gegensatz zur Havel sind wir die einzigen Boote weit und breit. Und das bleibt auch so, bis wir ein paar Stunden später wieder hier vorbei kommen. 
Die Tour wird schnell sehr „natürlich“. Ich habe selten so viele Graureiher gesehen. Auch ein Kormoran lässt sich blicken und neben den vielen Wildenten gibt es auch einige Mandarinenten, wie ich später über die App „Seek“ lerne.


Unter den Brücken gibt es ein paar Untiefen und kleine Strömungen und eine Bäume liegen quer. Das Wehr ist dann deutlich größer als gedacht, aber dort kehren wir dann. Bevor wir dann am Kanu-Club Rehbrücke aussetzen kommen wir noch an einer an einen Baum gezimmerte Straßenlampe vorbei. Vermutlich funktioniert die sogar - da hat jemand jedenfalls Humor.
Wir unterhalten uns noch mit einer Dame vom Kanu-Club - und ich kann sogar noch ein gekühltes Bier kaufen. Der Rückweg ist dann deutlich schneller, denn wir haben sowohl Rückenwind als auch die Strömung auf unserer Seite.


Das ist auch gut so, denn ich muss pünktlich zu Hause sein. Um 20 Uhr steht das Herbert Grönemeyer Konzert in der Mercedes Benz Arena an. Ich bin nicht gerade sein größter Fan, aber von den zwei meiner Cousine geschenkten Karten ist dann doch eine für mich.
Ich kenne glaube ich keine seiner CDs der letzten 20+ Jahre, bin dann aber doch überrascht, wie viele Songs mir bekannt sind. Die Massen sind begeistert und am Sound der Mitsingenden merkt man: es sind deutlich mehr Frauen als Männer hier.
Ich bin jetzt nicht ganz so euphorisch und auch nicht textsicher, aber mit den Gitarren und Saxophon Solos hat man mich dann auch eingefangen. Und bei den Songs aus der Zeit nach dem Tod seiner ersten Frau stehen dann so einigen ein paar Tränen in den Augen. 
Irgendwie scheint ihm das Konzert ziemlich gut zu tun, denn nach dem ersten „Tschüß“ kurz vor 22 Uhr gibt es noch an die 10 Zugaben und das Konzert endet dann erst kurz vor 23 Uhr - gerade noch rechtzeitig für die letzte Bahn nach Hause.


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