Egal, das erschüttert uns nicht aber der starke Gegenwind ist laut und treibt den Dieselverbrauch auf 10 l hoch. Wir stehen ein paar Mal etwas genervt im kurzen Stau, aber dann ist die wohlbekannte Gaststätte am Hafen in Bodstedt unsere erste Station. Unweit von hier am Strand haben wir die erste Nacht in diesem Wohnmobil verbracht.
Die Räder sind schnell ausgepackt und ein paar Minuten später freut sich unsere alte Nachbarin sichtlich über den unerwarteten Besuch. Sie ist auch schon um die 90, aber geistig voll fit, musste nur leider gerade eine Lungenentzündung überstehen. Wir versprechen, auch beim nächsten Mal in der Gegend wieder zu klingeln.
Unser altes Haus ist gefühlt noch weniger zu sehen als beim letzten Mal. Offensichtlich ist das Stück Land immer noch nicht verkauft. Schade, letztes Haus am Wald.
Ich kann es nicht lassen, den von mir im stolzen Alter von 7 Jahren mitgepflanzten Wald zu streifen - immer wieder ein schönes Gefühl, in die Kronen der hohen Bäume zu schauen.
Noch ein kleiner Umweg, ein Pflichtbesuch auf dem Friedhof und wir radeln bei starkem Gegenwind den Strand entlang zum Hafen Bodstedt, in dem ich damals schwimmen lernte.
Wir wollen heute Nacht aber woanders stehen. Es soll einen offiziellen Platz direkt am Wasser für 14 € in der Nähe von Saal geben - schon von weitem sehen wir die viele Kite-Segel in der Luft. Aber erst einmal ist Abendessen angesagt. Der Chef vom Daddeldu kann uns leider nicht bedienen, denn er versorgt ein paar Tausend Leute, die dieses Wochenende zum Internationalen Ostblock-Fahrzeugtreffen in das nahe gelegene Püttnitz in der Gegend sind und zeigt mir, die Massen an vorbereiteten Brötchen für das morgige Frühstück im Tanzsaal. Den kenne ich noch aus meiner Sturm und Drang Phase, auch wenn ich hier nicht oft war.
Also weiter zu Ronny's Restaurant in Damgarten, direkt an der Recknitz, die ich vor rund 12 Jahren schon einmal gepaddelt bin. Die Portionen sind riesig und ich gebe auf.
Wir fahren zum Zeltplatz, der von sehr netten Leuten einer Kite-Surfschule betrieben wird und sehen die Segel selbst noch nach Sonnenuntergang. Eigentlich wollten wir morgen auf dem Bodden kajaken, aber bei dem steifen Wind der Stärke 6-7 sind die Wellen so kräftig, dass wir das nicht machen werden. Selbst radeln dürfte sportlich werden. Sicherheitshalber nutzen wir die frisch eingebaute Powerstation und laden die beim letzten Mal leer gesaugten Akkus der Räder auf.
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