Mittwoch, 13. Mai 2015

Abenteuer Ilmtal-Radweg

Drei Tage frei, schönes Wetter, spontane Entscheidung: Ilmtal-Radweg. Stand eh schon länger auf der Liste. 7 Uhr ab Falkensee und das Rad im Auto. Auch ein paar Trantüten und die Stadtreinigung in Weimar könnten nicht verhindern, dass ich einen Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs fand und meine Zug u, 9:58 nach Gehlberg schaffte.



Umstieg in Erfurt. Beim Cappuccino mit Lachsbrötchen erinnerte ich mich, dass ich vor ca. 33 Jahren das letzte Mal hier war. Ein ca. 2 Jahre jüngerer Milchreisbubi fragte mich - damals wie heute unrasierten Typen - ob ich zufällig Feuer hätte. Ich schaute ihn ernst an und sagte: ja, aber nicht zufällig. Heute müsste ich sagen: nein, aber nicht zufällig.



Als der Zug nach Gehlberg mit 10 min Verspätung los fuhr, dachte ich mir noch nichts dabei. Das änderte sich, als in Arnstadt die Durchsage kam, dass der Fahrbetrieb aufgrund einer Stellwerksstörung eingestellt wurde. Schienenersatzverkehr. Keiner wusste, welcher Bus welche Route fährt und wo er hält. Super. 2 Mal im Jahr Bahn und entweder Streik oder technische Probleme.
Mit dem Handy in der Hand und die Meinung meine Leidensgenossen in Betracht ziehend - mein Rad im schwankenden Bus haltend - versuchte ich, den nächsten Halt vorherzusagen.



Am Bahnhof Oberhof glaubte ich die beste Alternative für meinen verpassten Start gefunden zu haben. Dort sah es wie nach einem Atomschlag aus: nur ein paar einsame Menschen, die nicht wussten, wo sie sind und wohin sie können. Kein Restaurant, kein WC, alles geschlossen.



Google Maps meinte, ich müsse einfach einem Waldweg folgen. Der hatte aber eine kräftige Steigung! Hätte nie gedacht, dass ich meine kleinste Übersetzung für gut 40 min brauchen würde - und trotzdem regelmäßig absteigen muss. Aber immerhin war das WC Problem gelöst ...



Irgendwann kam ich dann aber doch in Allzunah an - dort geht der Ilmtal- Radweg offiziell los.
Und dann wurde es sehr schön. Gut 20 min ohne zu treten. Ein gemütlicher Ort Stützenbach und die Ilm immer ziemlich nahe. Ein weiterer Cappuccino - diese Mal mit Donauwelle - in Ilmenau und dann weiter. - Leider in die falsche Richtung.
Die Tatsache, dass die Logos für Ilmtal und Ilm-Rennsteig sehr ähnlich aussehen führte zu einer Strafrunde von knapp 10 km ...




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