Samstag war also der einzige Tag, an dem wir etwas unternehmen konnten. Ich konnte meine Kollegen überzeugen, dass wir auf den „Purple Mountain“ wandern, einen Berg mit Seilbahnstation und Sternwarte im Nordosten von Nanjing, den ich die letzten Male leider nicht sehen konnte. Auf dem Weg dorthin gibt es verschiedenste Tempel und Mausoleen die u.a. der Ming Dynastie gewidmet sind.
Die rund 400 Höhenmeter – ein großer Teil davon Stufen - waren dann bei der recht hohen Luftfeuchtigkeit und Temperatur ziemlich schweißtreibend und viele Chinesen hatten an diesem Tag offensichtlich die gleiche Idee.
Von dem Berg hat man – sofern die Luft nicht zu dicht ist – einen schönen Blick auf die Stadt und das Umland. Wobei das Umland bis zum Horizont fast ausschließlich aus Beton besteht. Ein Grund, warum ich hier wohl schwerlich leben könnte.
Nachdem wir am Freitag Abend unbefriedigt und kaum gesättigt aus dem völlig überteuerten Restaurant im 76 Stock des Interkontinental ins Bett gingen, brauchten wir nach der körperlichen Anstrengung doch etwas mehr, waren aber zu müde für lange Experimente.
Im Frühstücksrestaurant im 45 Flur haben wir dann auch am Abend ein Buffet entdeckt. Immer noch relativ teuer, aber mit viel Gegenleistung.
Immerhin haben wir Neues ausprobiert: Ich weiß jetzt, dass an chinesischen Krabben – eine ausgewiesene Delikatesse - nicht allzu viel Essbares zu finden ist und es eine Heidenarbeit macht, an dieses wenige Fleisch zu kommen. Meine beiden Krabben sind jedenfalls umsonst gestorben - es werden in Zukunft die einzigen bleiben.
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