Montag, 18. Juni 2018

Sete Citades

Der Host ist ein netter junger Typ, vielleicht Anfang 20. Er hat den tollen Job, alle Gäste zu empfangen. Sein Chef sitzt sicher irgendwo entspannt zu Hauswe. Und wie ich feststellte, kommen einige Flieger durchaus gegen Mitternacht an. Aber er hat vorgesorgt und mehrere Bücher dabei. Unter anderem „Mein Kampf“ - was er fürchterlich langweilig findet „The Client“ sei da schon interessanter.
Heute will ich nach Sete Citades. Ich bin hier beim letzten Mal schon gewesen, aber nur kurz und das Wetter war nicht so toll. Ich erinnere mich noch gut an das verlassene Hotel „Monte Palace“, dessen Empfangshalle mich etwas an Cameron’s Titanic erinnerte. Inzwischen habe ich auch gehört, dass es in den 90ern - wie erwartet mangels Gästen - schon nach 2 Jahren bankrott ging.
Das wäre heute vermutlich anders. Soweit von Ponta Delgada ist es auch nicht entfernt. Und der Blick auf die Seen mit unterschiedlicher Färbung (Lagoa Azul und Lagoa Verde) ist schon toll. Der ursprüngliche Vulkan hier war wohl in der Vergangenheit einer der aktivsten auf den Azoren.



Schon beim letzten Mal war ich von den zig Kilometer langen Hecken, die hier die Straßen säumen, begeistert. Damals waren die Blüten verblüht. Jetzt wird das intensive Grün immer wieder von den in allen Farben vorhandenen Blumen aufgelockert. Es macht Spaß, nur so einfach durch die Gegend zu fahren und den Anblick zu genießen.



Bei Komoot suche ich mir eine kleine Wanderung heraus, gut 2h und 8 km, die u.a. am kleinen Lagoa do Canario vorbei führt. Es fällt immer wieder auf, wie wenig nackter Stein hier zu finden ist. Meist ist alles bewachsen, bemoost. Wenn man dann aber doch mal auf Felsen trifft sieht man schnell die unterschiedlichen Lavaschichten.
Unglaublich auch, wie viel Arbeit hier in die Instandhaltung der Wege gesteckt wird. Auf einem Wanderweg wurde hier echt etwas zusammen gefegt. Ich wars nicht!









Nach der Wanderung gibt es eine kleine Stärkung am Lagoa Azul und ich kann auch nicht widerstehen, kurz in den See zu springen. Das war aber etwas enttäuschend, weil ziemlich warm, flach und etwas verkrautet, so dass schwimmen nicht wirklich Spaß machte.
Auf der Karte war ein Tunnel eingezeichnet, der sich dann aber als Tunnel zum Ausgleich des Wasserspiegels heraus stellte. Also, keine Abkürzung. Der Wasserspiegel der Seen war wohl aufgrund des Regens so schwankend, dass das erforderlich war, um eine Überschwemmung der Ortschaften zu verhindern.



Sete Citades ist auch bekannt für ein jährlich ausgetragenes und wohl von der Fluglinie der Azoren gesponsertes Autorennen, das entlang einer Piste rund um den Krater führt. Sieht jedenfalls cool aus, wie man hier auf YouTube sehen kann. Beim letzten Mal bin ich sogar ein Stück auf der Route gefahren. 

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