
Heute nun ist es hier schon ziemlich verkrautet und vor allem voller Seerosen. Das ist auch bei Wobbelkow nicht anders. Weiter bei einer Brücke in Spoldershagen wäre es gegangen, aber hier war es ziemlich haarig das Kajak ins Wasser zu bekommen. Dann wird es also doch Divitz, wo eine früher vorhandene Brücke inzwischen abgerissen ist und man einfach einsetzen kann. So ganz wohl ist mir nicht, das Auto einfach so im Nirgendwo stehen zu lassen, aber was soll’s.
Bevor ich flussabwärts paddel, entscheide ich mich aber doch, zunächst so weit zurück zu kajaken, wie es denn geht. Neugierig muhen mich Kühe an und etwa ein Dutzend folgt mir am Rande des Flusses. Da wird mir etwas mulmig. Gehen Kühe ins Wasser? In ca. 20 Minuten bin ich dann an der Brücke, an der es sich schlecht einsetzen lässt und ab da ist das Ziel der Bodden.
Die Barthe schlängelt sich ziemlich unspektakulär zwischen den Feldern entlang. Ab und zu gibt es eine paar kleine Waldstücke und der Schilfbewuchs am Ufer nimmt schnell zu.
Ich entschließe mich, zum Mittag beim Griechen in Barth Tannenheim einzukehren. An der alten Bahnbrücke bietet sich dazu eine gute Gelegenheit. Ich gehe auf den schon ziemlich zugewachsenen Schienen und mir fällt ein, dass es in Tannenheim ja mal einen Mini-Bahnhof gab. Der war zwar auch in den 70ern nicht mehr in Benutzung - die weitere Bahnstrecke Richtung Darß wurde wohl als Reparationsleistung nach dem 2. Weltkrieg teilweise abgetragen - aber immerhin gab es noch eine Freifläche. Die gibt es heute nicht mehr. Alles zugewachsen. Man sieht noch die Weiche, an der sich die beiden einzigen Gleise teilen und dann im Dickicht verschwinden. Das war es dann schon. Auf einem Trampelpfad kommt man dann auf den Hinterhof des Restaurants, in dem ich vor ziemlich genau 34 Jahren meine Abifeier hatte.
Es geht weiter unter der Autobrücke, die ich sicher schon einige Tausend Mal mit Rad, Moped, Auto oder Bus befahren habe. Vorbei am Anglerheim, in das wir zu Pennezeiten ab und zu eingekehrt sind. Der Fluss wird ziemlich breit und die Silhouette der Meinigen Brücke ist in der Ferne zu sehen.
Weil ich gut in der Zeit liege nehme ich nicht die Abkürzung sondern paddle um die Oie - ein Vogelschutzgebiet, das Unbefugte nicht betreten dürfen - herum.
Selbst gut 150 m vom Ufer sticht mein Paddel ab und zu in den Boden - ist sehr flach hier und die Umfahrung zieht sich ganz schön hin. Und das wird nicht besser, als die Meinigen Brücke dann endlich wieder in Sichtweite kommt. Kräftiger Gegenwind, die Wellen auf dem Barther Bodden und eine ziemlich hoch stehende Sonne machen diesen Teil ziemlich zäh.
Das wird nach der Brücke - auf dem Bodstedter Bodden - besser. Auch hier sind Wellen, aber irgendwie anders. Ohne aufs Navi zu schauen peile ich ein Ziel an, von dem ich glaube, dass es der Hafen von Bodstedt sein müsste - und liege damit gar nicht schlecht, wie meine Aufzeichnung später zeigt.
Nach einer Ehrenrunde durch den schön ausgebauten Hafen - hier habe ich mein Schwimmabzeichen gemacht - gehe ich am Strand nach gut 28 km an Land. Noch einen Eiskaffee im Boddenrestaurant und meine Cousine fährt mich, nach einem Stopp am Grab meiner Großeltern, zurück zu meinem Auto nach Divitz. Das leckere Essen in Ribnitz hatte ich mir verdient.
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