Montag, 27. August 2018

Fazit und Lessons learned

Flug gut überstanden - und die Bahnfahrt heim ist sehr entspannt. Ja, Bahn fahren kann sehr zivilisiert sein. Eine gute Freundin, die den Tansania Blog verfolgt hat meinte, es wäre ja sicher alles interessant, aber bestimmt keine Erholung. Stimmt! Aber die kann ich ja zu Hause oder im Büro haben. ;-) Im Urlaub will ich etwas erleben, was mich beeindruckt. Und das hat es. Insofern bin ich froh, die Reise gemacht zu haben. Wenn ich 8000 km durch die Luft fliege und meinen Carbon Footprint vergrößere (da ändern auch die 100 qm Regenwald, die von Chamäleon aus in Ecuador jetzt durch meine Reise geschützt sind nur bedingt etwas) kann ich nicht nur faul am Strand oder Pool liegen. Das geht am Sacrower See oder an der Ostsee genau so und da kann ich hin radeln.
Stimmt das Preis-Leistungsverhältnis in Tansania? Nein! Selbst die teuren Seychellen waren günstiger, was nicht zuletzt an den Eintrittsgeldern für die Parks und dem ganzen Service lag.
Komme ich hier noch einmal her? Hm, ich weiß nicht. Es gibt sicher noch viel zu entdecken, aber so schnell wird es eher nicht sein. Es bleibt ein zwiespältiges Gefühl. Gerade wenn ich es mit den gerade einmal 900 km entfernten Seychellen vergleiche. Dort wird alles recycelt, es ist sehr sauber - hier liegen Müllberge an jedem Straßenrand, die Häuser und Hütten sind ungepflegt und halb verfallen. Warum ist das so unterschiedlich? Liegt es an der Geschichte oder der Mentalität der Menschen? Wo bleibt das Geld, dass die Mengen Touristen hier her tragen? Versickert es im korrupten politischen System? Sichtbar ist es jedenfalls nicht. Und das ist schade. Vor allem, weil die Menschen hier unglaublich freundlich sind. Ich habe mich in zwei Wochen auch nie wirklich unsicher gefühlt.
Das scheint in Kenia etwas anders sein. Eine Italienerin im Flieger neben mir war für 3 Wochen in Nairobi, um - geführt von einer Organisation - Strassenkinder zu unterstützen. Sie hat unsagbares Leid und Elend gesehen, von viel Gewalt gehört und war offensichtlich sehr traurig...
Hier sind auf jeden Fall meine Lessons learned für die nächste Afrika Tour: 
  • Glaube auch dem besten Reiseleiter nicht, dass es am Flughafen keine SIM Karten gibt und bestehe darauf, gleich bei der Einreise eine solche mit mindestens 1, besser 2 GB kaufen zu wollen 
  • Tausche trotz des universellen Dollars einen Teil in Landeswährung, wenn man lokal mit Dollar bezahlt gehen manchmal bis zu 20% drauf 
  • Auf Safari sind ein gutes Fernglas und eine Kamera mit großem Zoom unerlässlich. Ich bin froh, kurz vor der Reise noch die Nikon P900 gekauft zu haben. Selbst der GPS Fix ist in den allermeisten Fällen nach 1-4 Sekunden da! 
  • Nach etwa 4 Tagen Safari wird man der Sache etwas müde, deshalb besser den Ablauf der Reise in den Unterlagen genau anschauen - falls man kein Selbstfahrer ist. 
  • Lange Unterwäsche für Afrika ist KEIN überflüssiges Gepäck 
  • Überprüfe, ob Du eventuell in ein muslimisches Hotel einquartiert wurdest. Das ist zwar eine Erfahrung, aber es gibt kein Bier, abends wird alles abgeriegelt und Besuche auf dem Zimmer sind verboten 
  • Vergiss, was man Dir über die Nebenwirkungen der Malariaprohylaxe Atovaquon (vormals Malarone) gesagt hat - ich zumindest vertrage sie problemlos, aber vergiss nicht, sie regelmäßig zu nehmen 
  • „Zanzibar coffee“ hat Zimt drin und schmeckt fürchterlich, zumindest für die, die Zimt nicht mögen 
  • Informiere Dich bei vor Ort gebuchten Touren genau darüber, wie das abläuft und überlege, ob Du das willst 
  • Habe keine Angst vor Gruppenreisen, es gibt viele nette Menschen ... ;-)
Insofern: 



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