Sachen packen, bezahlen, Frühstück und los. Erster Stop war eine Vorschule, die gemeinsam von der Stiftung unseres Reiseveranstalters Chamäleon und einem lokalen Tourismusunternehmens (Zara) vor ca. 3 Jahren für die Kinder der Massai eingerichtet wurde. Ziel ist es, Kinder der Massai soweit vorzubereiten, dass sie später in staatlichen Schulen eine Chance haben - so sie deren Eltern auf die Schule und nicht Ziegen oder Kühe hüten lassen. Letzteres ist nicht unüblich.
Die Vorschule besteht aus 3 Gebäuden: einem Schulraum, einem mit Betten für die, die nicht täglich pendeln und einer Küche. Letztere hat nur eine Feuerstelle, auf der gerade eine ziemlich dicke Suppe vor sich hin kochte.
Insgesamt ist hier alles mit unseren Augen betrachtet sehr ärmlich und nach so kurzer Zeit schon recht abgenutzt. Verglichen mit den tags zuvor gesehenen Holzhütten jedoch sehr, sehr ordentlich. Wir besuchten auch den Schulraum mit ca. 30 4-6 Jahre alten Schülern und deren zwei Lehrern. Ich setzte mich zu zwei der Schmutzfinken. Sie berührten mich immer wieder, schauten mich aus großen Kulleraugen an und spielten mit meiner Uhr.
Die Schüler sangen ein paar Lieder, einer zählte bis 30, ein anderer sagte das Alphabet auf. Wir lernten, dass „Bruder“ auf Suaheli „Kaka“ heißt und sangen alle zusammen „Bruder Jakob“.

Im Park dann wieder ein ähnliches Bild: Herden Zebras, Giraffen, Gnus, Paviane, Antilopen und vieles mehr und dieses mal auch Elefanten mit Jungen. Die Löwen lagen apathisch auf dem Rücken, insbesondere 3 Männchen, die nichts aus der Ruhe brachte.
Mit zwiespältigen Gefühlen fuhren wir weiter und diskutierten im Auto auch noch ein wenig darüber. Es ging weiter Richtung Serengeti Nationalpark. Kreuz und quer an zwei stark alkalischen Seen vorbei. Wir passierten zig, eher hunderte Giraffen und fuhren quasi quer durch ihre Herden. Wir trafen wieder alle möglichen Tiere, die gestern noch spannend und heute aber nicht mehr ganz so spannend waren. Nach gut einer Stunde waren wir dann am Eingangstor des Serengeti Nationalparks und wir waren nicht die Einzigen mit der Idee, hier eine Mittagspause zu machen. Es waren Menschen- und Automassen vor Ort und es war ebenso schwierig einen Parkplatz zu finden, wie einen freien Tisch, an dem wir unsere Lunchboxen auspacken konnten.
Viel wichtiger als die Lunchboxen war für die meisten allerdings: Free WiFi! Alle starrten auf ihre Handys und nutzten die wenigen Minuten.
Als Neuzugänge hatten wir heute mehrere Geparden, die ähnlich faul unter einem Baum lagen und ein Krokodil, dessen einzige Bewegung das Öffnen des Mauls war.
Vorbei am Serengeti Flughafen Seronera dauerte es noch gute 20 Minuten bis wir in unserem Ikoma Wildcamp ankamen. Die Hütten waren ähnlich aufgebaut wie die auf dem letzten Camp, aber alles noch deutlich einfacher. Wieder auf etwa 1300 m zurück von den 1900 m Höhe spürte man sofort das andere Klima...
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