Als ich Nelson fragte, was denn hier ab und zu riecht wie Cannabis und er mir sagte, dass eben das die Elefantenkacke sei, war ich deshalb zunächst überrascht, aber irgendwie passte das dann schon zusammen. Muss wohl ein bestimmter Tag des Trocknungsprozeßes sein. Vielleicht eine Idee für ein Import-Geschäft ...
Was wir noch lernten: die manchmal herum liegenden, fast schneeweißen Ablagerungen stammen nicht aus undichten Zementtüten, sondern sind Hyänenkot. Die fressen nämlich einfach alles. Auch Horn und Knochen. Haben dafür wohl ein extrem robustes Verdauungssystem.
Wir hatten gerade einen Leberwurstbaum passiert und den Inhalt seiner Früchte analysiert - die werden u.a. zum Fermentieren für das Bananenbier benutzt - als es einen lauten Krach im Gebüsch gab, unser Guide im Bruchteil einer Sekunde einige Meter zurück sprang und der Ranger das Gewehr zog. Wir hatten einen Büffel im Gebüsch aufgeschreckt, der sich glücklicherweise zügig in die entgegengesetzte Richtung entfernte.
Der Weg folgte dann eine Weile dem Grumet Fluss, über den sich die Gnuherden auf ihrem Weg in die nördliche Serengeti quälen. Jetzt, in der Trockenzeit ist da aber eher kein Wasser drin. Eine besondere Affenart, Seidenaffen, war erst wenig fotogen in Bäumen zu sehen und versteckte sich dann endgültig vor unseren Blicken.
Wir sind immerhin gut 3 Stunden gewandert und nach einer Dusche gab es dann noch Mittag im Ikuma Wildcamp, bevor wir wieder in die Serengeti fuhren. Dieses Mal hatte ich Glück, ein kleines Dickdick vor die Linse zu bekommen, ebenso eine Kuh-Antilope und wir sahen auch wieder mehrere Löwen faul auf einem Hügel liegen.
Und dann gab es noch einen stinkenden Teich mit ca. 60 Flusspferden (ja, jeder Hügel auf dem Foto ist ein Hippo), der einem die Tiere so richtig unsympathisch werden lässt. Sie sitzen nämlich in ihren eigenen Exkrementen! Alle paar Sekunden sieht man es irgendwo blubbern oder ein Hintern erhebt sich aus dem Teich, dann wedelt ein Schwanz und die Fäkal-Konzentration des Teiches hat wieder zugenommen. Dabei sind die Tiere zu etwa 50 % mit ihrem Kopf unter Wasser, um dann mitten in einem Scheißhaufen wieder an die Oberfläche zu kommen. Wie Nelson sagte erfolgt auch die Paarung und Geburt in diesem Gewässer. In diesem Sinne ...
Die Unterkunft für diese und nächste Nacht ist das Wildebeest Camp mitten im Nationalpark. Natürlich gibt es auch hier kein WLAN und ich werde meine Einträge nicht los. Es ist jetzt unsere 4. Unterkunft - und es wurde von Mal zu Mal einfacher. Ok, mitten im Nationalpark kann man nicht mehr erwarten. Aber wie immer ist das Essen gut, die Bedienung freundlich und zuvorkommend. Waren die Geräusche in den vergangenen Nächten schon spannend, so ist es hier noch einen Zahn schärfer. Nichts für ängstliche Gemüter. Aber man versicherte uns, dass alles sicher sei....
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