Freitag, 28. Juni 2019

Im dritten Anlauf

Die Ruhr war schon mehrfach geplant. Allein zweimal dieses Jahr. Einmal war sogar schon die Tasche gepackt. Jetzt aber wirklich. Da es Donnerstag Mittag nicht klappte war Freitag sehr früh Aufstehen angesagt. Normalerweise kein Problem, aber dieses Mal schlafe ich wirklich gut. Trotzdem geht es um 5:30 los in Richtung Winterberg. Es läuft gut, nur die Baustellen auf der A7. Die letzten 90 km geht es über Landstraße - sehr schöne, hügelige Landschaft.
Habe gehört, dass man vom Bahnhof Winterberg zur Ruhrquelle eine ziemliche Steigung hat. Die hebe ich mir auf und fahre mit dem Auto direkt dort hin, wo der Radweg los geht. Wie üblich ist die Quelle nett zurecht gemacht. Eine Fahrradtruppe mit überwiegend E-Bikes macht das Fotografieren etwas schwierig. Dann geht es los. Kurz darauf gibt es den Beweis, dass Winterberg ein Skigebiet ist.





Auf den ersten 15 km überlege ich, dem Radweg den Beinamen „Der Entspannteste“ zu gehen, denn ich muss kaum treten. Das ändert sich dann aber. Am Stausee in Olsberg mache ich kurz Pause und auch der Ort selbst ist einladend. Vereinzelt finden sich originelle Kneipp-Skulpturen, nicht sicher, ob auch andere Pate standen.










Das Stück von Nuttlar bis Meschede führt eine längere Strecke direkt entlang einer Bundesstraße- nicht auf einem separaten Radweg und ist nicht so schön.
Wenig später hat jemand entweder schlecht eingeparkt oder eine ganze Menge Humor und dann geht es auch wieder direkt an den Fluss. Der Stein ist optimal geformt für ein Nickerchen.




Wie oft an solchen Radwegen toben sich Künstler aus. Hier z.B. mit einer Pusteblume. Und als ich die Wildwasser-Kajaks sehe bekomme ich auch Lust.
In Arnsberg gibt es einen Cappuccino und ich buche ein Zimmer in Neheim. Wildecke - weitere 12 km - schaffe ich nicht. Es waren ja auch über 80. Der Weg dorthin geht of durch einen Wald und damit im Schatten. Kurz vor Neheim mache ich Pause und lese im einer E-Mail, dass mein Zimmer erst 20:30 bereit ist. Das geht gar nicht. Um die Zeit wollte ich schon gegessen haben. Nachdem ich den Host endlich erreiche einigen wir uns auf eine Stornierung und es wird das iBis.







Nachdem das Rad geparkt und ich geduscht habe geht es zu Fuß in den Ort. Auf dem Marktplatz versucht eine Band mit gut gecoverten Songs aller Art die noch übersichtlichen Menschen zu animieren. Ich habe aber Hunger und muss feststellen, dass es im Zentrum nur eine sehr begrenzte Auswahl gibt. Aber wenn es dringend ist tut es auch eine Pizza von einem garantiert Nicht-Italiener. In der Zwischenzeit sind deutlich mehr Menschen auf dem Platz, aber so richtig Stimmung kommt nicht auf. Vielleicht wird das ja noch, aber ich bin fertig und gehe gegen 23 Uhr ins Hotel.

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