Donnerstag, 19. Dezember 2019

Von Deloraine nach Derwent Bridge

Die Bilder vom Platypus sind nicht wirklich nutzbar, die Videos schon. Bevor wir zusammenpacken gibt es im Hotel Empire Frühstück. Self Service. Alles liegt bereit, aber keiner ist da, den man nach irgendetwas fragen kann.
Im Frühstücksraum gibt es noch eine junge Australierin. Um die 30, macht gerade ein Sabbatical, schläft mal im Auto, mal im Hotel, mal bei Freunden und überlegt, was sie weiter macht. Vor allem ist sie sehr gesprächig, war auch schon in einigen Ecken der Welt - auch in Deutschland. Und kann „Dankeschön“ sagen.
Irgendwann reißen wir uns los in Richtung Liffey Falls. Habe Google leider falsche Zielkoordinaten eingeben lassen und wir haben locker 10 km Umweg auf Schotterpiste. Die Wasserfälle sind nett, aber auch nicht außergewöhnlich. Die Wege unter den riesigen Farnen aber schon.




In Miena brauche ich einen Powernap und erschrecke, da mir meine Offlinekarten in der Nähe keine Tankstellen anzeigen. Die lügen glücklicherweise und von den 55 km bis Derwent Bridge sind nur ca. 20 Schotterpiste. Wir fahren durch eine ziemlich traurige Gegend. Hier hat es wohl mal kräftig gebrannt. In Derwent Bridge ist aber alles schön. Der Lake St. Claire ist ziemlich groß mit starken Wellen und wir informieren uns über die Wanderwege, bevor wir eine „powered site“ buchen.




Wir nehmen uns noch einen der kurzen Wanderwege - Watersmeet und Platypus Bay - vor und essen etwas im Restaurant neben dem Info Center. Die Chips sind schwarz, statt gelb und die Soja Sauce ziemlich salzig. Aber wir werden satt und die Duschen sind auch warm.
Im Restaurant gibt es eine große Fotowand mit vielen Bildern aus den vielleicht letzten ca. 140 Jahren. Leider unbeschriftet, trotzdem sehr interessant. Dies ist auch der Anfangs- / Endpunkt des Overland-Tracks. Wir hatten das andere Ende beim Cradle Mountain gesehen. Zwischen 65 und 80 km, 6-8 Tage, 5 Hütten dazwischen. Steht im Info-Center gut beschrieben. Machen wir das nächste Mal. Ganz unten rechts an der Fotowand im Restaurant fällt mir ein ganz besonderes Stück Papier auf und sofort habe ich die Bilder und die Stimme eines Werbespots aus 1997 im Kopf. Wer noch?
Die Nacht wird nicht ganz so kalt und auf dem Weg zum Zähneputzen begegnen wir erstmals Possums, die sich an den Mülltonnen versuchen. Die sind einfach zu schnell für den Nachtmodus des iPhones ...






Vor einer guten Woche ist der Vulkan auf der neuseeländischen Insel White Island ausgebrochen. Mehrere Tote, auch Australier. Übel. Lange Diskussionen in den Medien, wie das passieren konnte. Was einen Europäer aber noch mehr verwundert: die Toten werden hier im Fernsehen mit Namen, Bild und Adresse gezeigt. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Die haben hier jedenfalls keine DSGVO, so viel ist sicher.

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