Bis zum nächsten Etappenziel führt der Radweg ziemlich weit weg von der mäandernden Mulde, die den Ort Eilenburg in zwei Ortshälften teilt. Der Weg geht quasi durch ein Industriegebiet und lädt nicht zum Verweilen ein. Auch danach ist die Mulde erst mal ein paar Kilometer entfernt, bis man sie hinter Gruna mit einer kleinen Fähre überquert. Dazu muss die Fährfrau aber erst einmal angeklingelt werden - erst dann kommt sie die paar hundert Meter zu Fuß.
Bad Düben liegt nicht direkt am Radweg, aber es wird Zeit für einen Cappuccino und ein Stück Käsekuchen in einem Café am Markt, bevor es weiter geht in Richtung Pouch. Dieser Ort sollte zumindest Ossis bekannt sein: hier wurden damals diverse Campingartikel hergestellt - mein erstes Zelt kam von hier. Und vor allen natürlich auch Faltboote, die man heute immer noch sieht.
Natürlich muss ich auf den Roten Turm, von dem aus man in Richtung Norden über die Stadt Pouch und den Muldestausee blickt und in Richtung Süden über den Großen Goitzschesee sogar das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig sehen können soll. Das sagte mir der ältere Herr am Eingang. Auch, dass er für den Aufbau seines Faltbootes maximal 25 Minuten brauchte. Im Freundeskreis hörte ich etwas von 2-3 Stunden ...

Von hier an hatten die Macher des Mulderadwegs offensichtlich keine Lust mehr. Zunächst führt die Strecke hinter der Staumauer des Muldestausees direkt entlang der Bundeststrasse 100. Eine Alternative geht durch den Wald und soll an einem schönen Muldeblick vorbei kommen, den es nicht gibt. Stattdessen einen interessanten Blick auf eine Ruine umgeben von Solarpanels.
Dann endet die Etappe laut Beschreibung in Bitterfeld/Wolfen. Der Punkt befindet sich aber ca. 5 km vom Ort entfernt irgendwo auf freiem Feld. Nachdem ich bis hier schon etwa 6 km Umweg hatte, fahre ich dann auch noch weiter, um letztendlich mit Blick auf den Goitzschesee in der Nähe des Strandes ein kleines Mittag einzunehmen. Irgendwann während meines Studiums in Dresden hielt mein Zug mal hier in Bitterfeld. Damals versuchte ich, so wenig wie möglich und nur flach zu atmen. Inzwischen soll aus der Gegend ein echtes Naherholungsgebiet geworden sein. Es gibt also auch Dinge, die besser werden.

Insgesamt werden es etwa 20 km Umweg, bis ich wieder in Jeßnitz bin und weiter nach Dessau radle. Es folgen gut 15 km direkt auf der Bundesstraße! Kein separater Weg, keine Markierung und immer wieder große Brummis, die hinter mir wegen des Gegenverkehrs in die Eisen gehen müssen. Und ja, das ist wirklich der offizielle Radweg. Ich bin inzwischen in Sachsen Anhalt und hatte die Erfahrung schon mehrfach machen müssen: Radwege sind hier eher von untergeordneter Bedeutung.
Erst kurz vor Dessau selbst führt der Weg dann wieder durch schöne Waldgebiete. Ich fahre wieder mal unter der A9 durch - der Blick aus dem Auto auf die Mulde hatte mich zu dieser Tour inspiriert.
Der Radweg endet offiziell an einer Holzbrücke. Wieder etwas lieblos. Keine wirklich schöne Markierung und eigentlich fließt die Mulde auch erst einige Kilometer nördlich in die Elbe. Ich versuche mit Google Maps dorthin zu kommen, gebe aber ein paar hundert Meter vorher auf und erhasche keinen Blick auf die Vereinigung.
Stattdessen breche ich auf in Richtung Bahnhof. Es ist schon nach 17:30 und ich muss noch nach Zwickau zu meinem Auto.
Die Idee, vorher noch etwas in Dessau zu essen, gebe ich ebenso auf - im Umkreis von einem knappen Kilometer um den Bahnhof gibt es außer einem Döner kein geöffnetes Restaurant. Ich nutze den Halt in Leipzig um mich mit Bier und Brötchen einzudecken und trinke heimlich in der S-Bahn nach Zwickau.
Dort steht mein Auto unberührt und das Navi bringt mich auf abenteuerlichen Wegen aber sicher nach Hause, wo ich kurz nach Mitternacht müde ins Bett falle.
Bad Düben liegt nicht direkt am Radweg, aber es wird Zeit für einen Cappuccino und ein Stück Käsekuchen in einem Café am Markt, bevor es weiter geht in Richtung Pouch. Dieser Ort sollte zumindest Ossis bekannt sein: hier wurden damals diverse Campingartikel hergestellt - mein erstes Zelt kam von hier. Und vor allen natürlich auch Faltboote, die man heute immer noch sieht.
Natürlich muss ich auf den Roten Turm, von dem aus man in Richtung Norden über die Stadt Pouch und den Muldestausee blickt und in Richtung Süden über den Großen Goitzschesee sogar das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig sehen können soll. Das sagte mir der ältere Herr am Eingang. Auch, dass er für den Aufbau seines Faltbootes maximal 25 Minuten brauchte. Im Freundeskreis hörte ich etwas von 2-3 Stunden ...

Von hier an hatten die Macher des Mulderadwegs offensichtlich keine Lust mehr. Zunächst führt die Strecke hinter der Staumauer des Muldestausees direkt entlang der Bundeststrasse 100. Eine Alternative geht durch den Wald und soll an einem schönen Muldeblick vorbei kommen, den es nicht gibt. Stattdessen einen interessanten Blick auf eine Ruine umgeben von Solarpanels.
Dann endet die Etappe laut Beschreibung in Bitterfeld/Wolfen. Der Punkt befindet sich aber ca. 5 km vom Ort entfernt irgendwo auf freiem Feld. Nachdem ich bis hier schon etwa 6 km Umweg hatte, fahre ich dann auch noch weiter, um letztendlich mit Blick auf den Goitzschesee in der Nähe des Strandes ein kleines Mittag einzunehmen. Irgendwann während meines Studiums in Dresden hielt mein Zug mal hier in Bitterfeld. Damals versuchte ich, so wenig wie möglich und nur flach zu atmen. Inzwischen soll aus der Gegend ein echtes Naherholungsgebiet geworden sein. Es gibt also auch Dinge, die besser werden.

Insgesamt werden es etwa 20 km Umweg, bis ich wieder in Jeßnitz bin und weiter nach Dessau radle. Es folgen gut 15 km direkt auf der Bundesstraße! Kein separater Weg, keine Markierung und immer wieder große Brummis, die hinter mir wegen des Gegenverkehrs in die Eisen gehen müssen. Und ja, das ist wirklich der offizielle Radweg. Ich bin inzwischen in Sachsen Anhalt und hatte die Erfahrung schon mehrfach machen müssen: Radwege sind hier eher von untergeordneter Bedeutung.
Erst kurz vor Dessau selbst führt der Weg dann wieder durch schöne Waldgebiete. Ich fahre wieder mal unter der A9 durch - der Blick aus dem Auto auf die Mulde hatte mich zu dieser Tour inspiriert.
Der Radweg endet offiziell an einer Holzbrücke. Wieder etwas lieblos. Keine wirklich schöne Markierung und eigentlich fließt die Mulde auch erst einige Kilometer nördlich in die Elbe. Ich versuche mit Google Maps dorthin zu kommen, gebe aber ein paar hundert Meter vorher auf und erhasche keinen Blick auf die Vereinigung.
Stattdessen breche ich auf in Richtung Bahnhof. Es ist schon nach 17:30 und ich muss noch nach Zwickau zu meinem Auto.
Die Idee, vorher noch etwas in Dessau zu essen, gebe ich ebenso auf - im Umkreis von einem knappen Kilometer um den Bahnhof gibt es außer einem Döner kein geöffnetes Restaurant. Ich nutze den Halt in Leipzig um mich mit Bier und Brötchen einzudecken und trinke heimlich in der S-Bahn nach Zwickau.
Dort steht mein Auto unberührt und das Navi bringt mich auf abenteuerlichen Wegen aber sicher nach Hause, wo ich kurz nach Mitternacht müde ins Bett falle.


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