Mittwoch, 16. September 2020

14% bei über 30 Grad

Es war die richtige Entscheidung, in Hammerbrücke zu bleiben. Der Weg bis Eibenstock hat es in sich. Das hätte ich den Abend vorher nicht geschafft. Und so schön ist Eibenstock auch nicht. Durstig vom Anstieg versuche ich, einen Radler zu bekommen. Eines der wenigen Restaurants, die hätten offen sein sollen, hat aufgegeben. Immerhin gibt es beim Bäcker einen Eistee. Dabei stelle ich fest, dass ich meine einzige, unter großem Aufwand tags zuvor geholte Maske verloren habe. Vermutlich, als ich mir beim Torfhaus den Schweiß aus dem Gesicht wischte - die Taschentücher sind auch weg. Ich fahre aber nicht mehr zurück.
Vorher komme ich aber noch durch „Morgenröte Rautenkranz“. Hatte ich auch schon vergessen. Hier wurde Sigmund Jähn, unser erster Kosmonaut, geboren. Und darauf wird auch an jeder Stelle hingewiesen. Es gibt auch ein Raumfahrtmuseum - ist aber um die Zeit noch geschlossen.




Aue enttäuscht mich etwas, aber ich habe dem Ort auch nicht viel Zeit gegeben. Eigentlich wollte ich hier etwas Kleines zum Mittag essen. Aber das sieht nicht gut aus. Das ausgesuchte Restaurant hat auch geschlossen.
Ein paar Kilometer weiter, in Schlemma, stolpere ich über den „Wegelagerer“ und erinnere mich an „Max Müllers 4. Gesetz“: wenn Du unterwegs bist und es gibt Essen und Trinken: iss und trink! Wer weiß, wann es wieder etwas gibt.
Es werden Makkaroni mit Hackfleisch und 3 große Radler.



Gestärkt geht es weiter bergauf. Die Prinzenhöhle lasse ich links, nein rechts liegen und das/die Museum/Burg Hartenstein sieht chic aus, aber ich gehe nicht rein. Ich dachte, das wäre ein Abstecher vom Radweg. Aber nein, der Weg bergauf in den Ort Hartenstein war einer. Also wieder zurück zur Burg.
Inzwischen wird die Mulde etwas ruhiger, vermutlich kann man hier auch kajaken und die Büsche am Rand sehen echt ungewöhnlich auch. In Wildenfels sehe ich plötzlich ein Stück aus meiner Vergangenheit: eine Diesellok BR 100. Die hatte ich mal auf meiner TT-Modeleisenbahn. Ich weiß gar nicht mehr, wo die geblieben oder entsorgt wurde ...




Und dann zeigen die Schilder echt noch mal 14% Steigung. Das ist hart. Ich gehe auf Gang 2, ja sogar 1 - es hilft nix. Ich muss Pause machen. Schieben ist verboten. Dann noch einmal. Dieses Mal auf Schotter! Das Hinterrad dreht trotz Gewicht durch mein Gepäck durch. Und nebenbei texte ich mit einem Kollegen über die Freigabe von Software ...
Dann kommt Zwickau. Hier steht mein Auto. Aber ich brauche etwas zu trinken. Am Markt gibt es 2 Radler und einen Käsekuchen und ich buche ein Hotel in Glauchau. Theoretisch noch 16 km. Ich brauche aber 10 extra Kilometer durch Zwickau, weil ich bei Googlemaps statt Hauptbahnhof dummerweise Hauptfriedhof eingebe. Blöd. Aber mein Auto steht noch ohne Strafzettel und ich habe 2 neue Masken.
Der Weg nach Glauchau ist entspannt. Ziemlich flach. Ein Typ mit Rad ohne Sattel überholt mich erst und dann fahre ich entspannt an ihm vorbei. Hat ein wenig von Standup Paddling. Kann man machen - ist aber unbequem.
Es geht noch mal kräftig bergauf in Glauchau. Nach dem Einchecken direkt unter die Dusche und dann Abendessen in Glauchau. Der Typ im Hotel schickt mich zum 700 m entfernten Italiener. Dort ist es dunkel. Ebenso wie in allen Restaurants, die man so im Umkreis des zentralen Marklatzes findet. Abgesehen von einem Döner. Und nebenbei: innerhalb von ca. 40 min sehe ich vielleicht 4 Personen in der „City“
Ein Grieche, knapp 1 km scheint offen zu haben. Ich rufe an. Ja! Und laufe hin. Immerhin nicht weit vom Hotel. Mit einem gegrillten Oktopus, Radler und Rotwein klingt der Tag dann doch entspannt aus. 

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