Sonntag, 17. Oktober 2021

Ein Querbett ist ok

Ich bin ja schon seit Jahren am Überlegen, mir ein Wohnmobil zulegen. Die Wahl zwischen Teilintegriertem und Kastenwagen ist immer noch nicht entschieden.
Größe und Komfort stehen nach wie vor diametral gegenüber. Und nach den ersten paar hundert Kilometern gewinnt die Größe - also Länge und Höhe und auch Breite - erheblich an Einfluß. Drei Erkenntnisse nach dem ersten Tag:
  • 6 m sind schwer genug auf engen Straßen zu bewegen
  • 6 m bieten aber auch ausrechend Komfort
  • ein Querbett sieht zwar nicht so cool aus, reicht aber für kurze Menschen wie uns völlig aus
Denn wir haben relativ gut darin geschlafen. Ok, die Matrazen sind nicht so toll, aber das lässt sich ja ändern. Ohne Tisch frühstückt es sich recht schlecht. Genau deshalb fahren wir noch mal zurück. Auch wenn wir José immer noch nicht erreichen.
Wir sind gegen 11 Uhr da und er springt auch schon rum. Wir kommen mit unserer Mängelliste. Er bemüht sich redlich, die 4 Schrauben in die Tischplatte zu bohren. Der Akktuschrauber gibt auf und er versucht es manuell. Linkshänder, wie ich bemerke. Es sieht nicht so gut aus. Als er am Ende den Hammer nimmt bin ich sicher: er ist kein Mechaniker. Und ich bin skeptisch, ob das hält. Egal, wir bekommen noch Handfeger, Handtücher und einen Schlauch und brechen endlich nach Salamanca auf.



Die ersten ca 40 km befinden wir uns wohl noch im Dunstkreis von Madrid. Unübersichtliche Autobahnen und ich danke stumm Siri, die uns sagt, wo es lang geht. Dann wird es etwas ruhiger und wir machen einen kleinen Stopp, um uns die Beine zu vertreten. Ich lerne, dass Ilex noch eine ganz andere als mir bekannte Blattform hat und was eine wie eine Wilde Karde aussieht. Und auch, dass so ein Wohnmobil echt genial ist, wenn man müde ist: man legt sich einfach aufs Bett und pennt. Eine Stunde später verifizierte ich das noch mal.
Vermutlich lag das auch an der Landschaft, denn da gab es wirklich nicht viel zu sehen. Den kleinen Höhepunkt in den Bergen hatten wir verpasst und dann gab es nur ödes Land mit wenig Vegetation.



Wir erreichen den Campingplatz Don Quijote und checken ein. 22 € für eine powered site sind ok. Liegt sehr nett an einem Fluss, dem Rio Tormes, der auch durch Salamanca fließt. Und das ist sogar eine ganze Menge Wasser drin. Auf dem Weg sind wir durch Cabrerizos gekommen. Der liegt etwas oberhalb und wir überlegen, dort Abend essen zu gehen.
Nach 5 Gaststätten geben wir es auf und reservieren auf unserem Zeltplatz. Immerhin hatte wir noch 5 km Sport.
Belohnt werden wir mit Sepia und 12 Langusten sowie passendem Nachtiisch. Geht doch.

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