Sonntag, 17. Oktober 2021

… und Indie Campers noch mehr

Der Tag begann entspannt mit einem weiteren Spaziergang durch die City. Und dieses Mal hatte der Apple Store sogar auf - und sofort haben wir uns in das iPhone 13 mini verliebt. Einfach handlich. Macht tolle Bilder.
Die Wanderung führte uns auch an eine interessanten Werbung vorbei: gelegentlich imitierte sie die eigentliche Hausfassade. Hätte man auch einfacher haben können.




Nach dem Auschecken im Hotel begann der Stress. Und das waren nicht die paar hundert Meter zur Metro. Dummerweise nahmen wir den Fahrstuhl zur Metro und nicht den wenige Meter weiter zur C3 Bahn. Denn wenn man sich bei der Metro eincheckt, gilt das leider nicht für die Bahn und man muss noch mal eine Karte kaufen.
Noch einmal umsteigen - im Gegensatz zur Metro sind die Züge für Leute mit schwerem Gepäck mit ziemlich hohen Stufen ausgestattet.
Immerhin haben wir uns nicht verfahren und landen am Torrejon de Ardoz. Das Sandwich und der Bocadillo sind eher mäßig und langsam (14:00) wird es Zeit, mit Indie Campers in Kontakt zu treten. Tags zuvor kam von denen eine Email, worauf ich unsere Ankunft mit Bitte um die Abholung ankündigte. Sollte also alles klar gehen.
Ich gehe auf die Webseite und beginne einen Chat. Mit Carlos. Der faselt erst und entschuldigt sich dann, dass er uns nicht abholen kann. Wäre auch schwer. Der ist in Lissabon, wie wir später lernen. Frustriert denke ich: ok, kein öffentliches Verkehrsmittel, also Taxi.
  • Am Bahnhof - aber kein Taxi. 
  • Taxi angerufen - versteht kein Englisch
  • Taxi App geladen - die App vertröstet, bucht erst mal 10€ bei Paypal ab und entschuldigt sich dann, weil kein Taxi bereit steht. 
Wir beginnen zu laufen. Die kürzeste Verbindung landet nach 1 km an einer Brücke, wo man die Koffer erst ca. 4 Etagen hoch und dann wieder runter tragen muss. No way, José!
Die Hoffnung, an der Bushaltestelle spontan ein Taxi zu bekommen löst sich ebenfalls auf. Mir entweicht spontan stattdessen ein lauter Schrei.
Wir nehmen den längeren Weg. Nach den ersten 500m von noch verbleibenden 3 km sind wir sicher: bei dem Untergrund geht das nicht mit dem Koffer. Ich laufe allein. Nur 25 Minuten stehe ich an der angegeben Adresse. Das Tor zu. Keine Klingel. Ich höre Frauenlachen, sehe ein offenes Tor, klopfe an den Zaun und rufe mehrmals laut „Hola!“
Irgendwann antwortet ein Mann im besten (also meinem) Alter: Good Afternoon! Ich sage: nix good und schütte meinen Frust aus. José aus Holland entschuldigt sich und wir versuchen, den Checkin zu erledigen
Mein Kreditkartenlimit reicht nicht mehr für die Kaution. Wir holen eine einsam wartende Person im Industriegebiet ab, ich kläre das mit der LBB und wir bekommen unser Auto.
Im nächst gelegenen Supermarkt wird erst einmal aufgefüllt und bei der Ausfahrt fahren wir den ersten Begrenzungspfahl um. Der war aber gepolstert, also nix passiert. Das Auto ist größer als man denkt. Wird sicher nicht einfach.
Beim Einräumen stellen wir fest: der Tisch ist im Eimer und müssen morgen noch mal vorbei.
Für heute suchen wir über park4night.com einen Platz ca. 20 km entfernt. Velilla de San Antonio. Wir können da zwar nicht parken - aber 100 m entfernt.
Nach etwas Hin und Her finden wir ein nettes Restaurant. Es nimmt von sich in Anspruch „amerikanisch” zu sein - beim chiniesischem Kellner komme ich aber mit English nicht weiter. Wir verständigen uns trotzdem und ich bekomme sogar so etwas wie einen Radler.
Wir sind am zentralen Platz des Ortes. Samstag Abend. Viele Menschen, Familien, Kinder von 1 15 sind hier und spielen Fußball, skaten. Es ist laut. Fast so laut wie bei einer Vorserie. Meine Uhr weißt mich sogar darauf hin. Wir bekommen gutes Essen und etwas zu trinken und der Stress ist fast vergessen. Irgendwann geht das Licht aus. Überall. Für 10 Minuten. War aber wohl geplant. Vielleicht als erzieherische Maßnahme, denn die Kids scheinen anschließend umso anhänglicher zu ihren Eltern zu flüchten.

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