Donnerstag, 21. Juli 2022

Lange Sendepause - kurze Tour. Und alles anders als geplant

Schon seit mein Velofaktum-Rad das Licht der Welt erblickte, macht es komische Geräusche. Mal mehr, mal weniger. Und so plante ich schon länger, mit dem Rad zur Inspektion bei seinem Schöpfer vorbei zu fahren und dies dann gleich mit einer Tour an der Freiberger Mulde zu verbinden. Die fehlte mir noch, nachdem ich die Zwickauer Mulde und Vereinigte Mulde vor knapp 2 Jahren - abradelte.
In 9 € Zeiten wollte ich das vorzugsweise mit Bahn angehen. Im 2. Anlauf sollte es heute losgehen.
Allerdings lernte ich, dass es einige Regionalzüge gibt, für die das 9 € Ticket nicht gilt und dass man mit der DB App keine Fahrrad-Reservierung für einen RE/IC machen kann - die man aber unbedingt braucht. Nachdem die Reservierung dann über den Browser funktioniert hätte - gab es keine Plätze mehr. Alternativ wären es 4 Umstiege im best case 6 h geworden - ohne Garantie, dass das Rad mit rein kommt.
Es wurde dann - trotz BahnCard 25 und Gutscheinen - doch das Auto über die Landstraße. Und letztendlich war das gut so. Denn statt der vorhergesagten kurzen Schauer regnete es über mehrere Stunden und mein ursprünglicher Plan wäre ziemlich ins Wasser gefallen.
Nach einem Kaffee in Leisnig ging es dann gleich zu Andreas, den ich fast nicht erkannt hätte. Fast-Glatze und Wildwuchs machen schon einen Unterschied.



Er gab mir Recht: so sollte das Rad nicht klingen. Aber nach Drehen und Wechseln der Zahnscheibe, Drehen des Zahnriemens und Wechseln der Tretlager war alles noch wie vorher. Alle Einzelteile waren ok und korrekt zusammen gebaut. Wir einigten uns: auf dem Heimweg lasse ich das Ding bei ihm. 24/7 EKG.
Es war zu spät, um von ihm nach Chemnitz zum Zug zu radeln und auch knapp, den Anschlusszug direkt in Freiberg zu bekommen. Klappte aber. Parkplatz. Auspacken. Bahnhof. Gleis. 7 Minuten nachdem ich Im Zug saß fuhr er los.



Keine Stunde später bin ich in Holzhau. Idyllisch gelegen - nur fängt es an zu regnen, als ich aussteige. Nach dem halben Kilometer bis  zur - noch im Zug gebuchten - Pension bin ich nass. Kurz Auspacken, Kuchen und Kaffee und ich mache mich auf die Strecke zur Quelle der Freiberger Mulde auf.
Schöner Weg durch den Wald, angenehme Steigung und nach 4 km bin ich in Tschechien. Da wird es steiler. Puls bis 184. Schön zu wissen, dass das noch ohne Vorhof-Flimmern geht.
Der Weg führt vorbei an einzelnen schicken Häusern. Ich zähle nur eine - und nicht wie im Netz behauptet - viele Einkehrmöglichkeiten.
Der Quell-Stein ist gut ausgeschildert und gerade als ich dort ein Selfie machen kann will, bekomme ich einen FaceTime Anruf aus Portugal.





Zurück kann man es (fast) einfach laufen lassen. Ich rette noch eine Schnecke, die gerade auf halbem Weg über die Straße war - ihre Verwandte auf dem Radweg ein paar Minuten später bekommt nicht diesen Service.
Nach einem Essen und ein paar Bier im Lindenhof ist es dann für heute genug.

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