Mittwoch, 31. August 2022

Viele Perversitäten und ein kleiner Lichtblick

Das Hotel Novum in der Nähe des Hauptbahnhofs kann man durchaus empfehlen. Komfort, Preis und Frühstück sind o.k., aber mitten in der City ist es eben laut und der Ausblick aus dem Fenster bietet nichts. Bin halt kein Stadtmensch. Wenige Minuten vor Öffnung der Messe sind wir am Nordeingang und die lange Schlange ist innerhalb weniger Minuten entspannt auf dem Gelände und es geht gleich mal in den Premium Bereich in Halle 5.
Wie erwartet kommt man hier kaum aus dem Kopfschütteln heraus. Es beginnt mit ausgebauten LKWs, die teilweise schon ziemlich gepanzert sind und vermutlich einem Taliban-Angriff standhalten würden.





Dann kommen Busse, mit auf beiden Seiten ausfahrbaren Wohnbereichen, in denen im Heck natürlich ein Kleinwagen wie ein Smart oder Mini hinein passt. Da bewegen wir uns dann allerdings schon schnell im Bereich von 1-2 Millionen. Manche bieten die Garage allerdings auch in der Mitte im unteren Bereich, dann allerdings eher für flache Sportwagen. Auf Wunsch kann man den Ferrari natürlich gleich mitbestellen. Da werden dann aus den 2 halt 5 Millionen.







Aber es geht auch eine Nummer kleiner bei den etwas aufgeblasenen Vollintegrierten. Bei der Firma Morelo passt ebenfalls ein Smart ins Heck. Nachdem die Stand-Dame auf meinen Hinweis auf die Größe antwortet: es sind doch nur 9 m (Mensch, sowas bin ich doch wirklich schon gefahren!) und das Ding für unter 400 k€ zu haben ist, schauen wir uns das Teil von innen an. Grundsätzlich ein sehr schönes Ambiente, aber das Klo einfach mitten im Gang? Nee, dann doch nicht.



Für 100k€ weniger passt in die Garage bei einem Modell der Firma RJH gerade mal ein Motorroller. Auch keine Option, aber immerhin findet man für fast jeden Geldbeutel etwas.



All das hatte ich eigentlich auch schon 2014 gesehen und nach einer guten halben Stunde haben wir genug von diesen tollen Ergüssen ingenieurtechnischen Erfindungsgeistes. Wir streifen noch lustlos weiter durch die übrig gebliebenen Hallen und ich erwarte eigentlich nichts mehr. Irgendwann stehen wir wieder vor einem Kastenwagen am Stand der Firma Bürstner. Auf dem steht „unverkäuflicher Prototyp“. Ok, dann nehme ich ihn einfach so mit, denke ich mir. Und bei genauem Hinschauen würde ich das wirklich gern.
Es ist der erste Kastenwagen, der auf dem neuen Ford E-Transit aufgebaut ist! Die Info, dass der als Lieferwagen auf den Markt kommt, ging vor ein paar Monaten durch die Presse und ich hatte die Hoffnung, dass sich die WoMo Bauer darauf stürzen. Immerhin einer tat es. Ja, die Reichweite liegt bei 300km. Na und? Als (richtiger) Urlauber hat man Zeit.
Ich unterhalte mich länger gleich mit zwei Kollegen dieser Firma, schmiere ihnen gehörig Honig ums Maul und biete mich für Probefahrten, Testberichte, Blogs usw. an und hinterlasse sogar meine Kontaktdaten. Man kann ja nie wissen.
Der nette Typ am Stand erwähnt noch, dass Knaus wohl ebenfalls mit dem E-Transit arbeitet. Tun sie auch, wie ich etwas später heraus finde. Aber die können noch nichts zeigen und der Mitarbeiter von Knaus sieht nicht so optimistisch aus, dass sich das bald ändert. Immerhin, der Anfang ist gemacht.



Wir sehen immer wieder neue Anbieter von Kastenwagen - von denen ich noch nie gehört habe. Aber so langsam reicht es. Die Fischbrötchen mit Radler gestern waren gut und auf dem Weg dahin drehe ich noch eine Runde mit einem Falt-E-Bike mit Heckantrieb der Firma „MyVelo“. Gar nicht schlecht, aber für einen verwöhnten GoCycle Fahrer sind die ganzen wild angeschraubten Teile ein ziemlich unordentlicher Anblick.
Und natürlich stellen auch diverse Zulieferer aus, vom Sanitärbereich über Scheibenwischer, Möbel und Filtersysteme. Letztere waren echt interessant und verkündet, aus Grauwasser wirklich Trinkwasser machen zu können. Na, zum Duschen sollte es allemal reichen und wäre ja nicht schlecht.
Dann stolpere ich noch über eine Mini Espressomaschine , die sogar mit 12 V läuft, Pads nutzt (auch selbst gefüllte) und mit bis zu 16 Bar das Wasser durch selbige drucken soll. Wow, das muss ich probieren. Na ja, vielleicht bin ich ja inzwischen verwöhnt oder auf der Messe lief nicht alles optimal, aber der Espresso konnte mich nicht überzeugen.



Fast am Ende kommen wir noch an interessanten Fahrzeug-Kategorien vorbei. Zum einen Anhänger im Retro-Style, deren Inneneinrichtung ich ohne Bedenken zum Recyclinghof bringen würde und dann noch Mischungen aus Caravan, Hausboot und Katamaran. Was es alles gibt. Noch unter 1 Mio Euro!



Ok, das war’s dann auch. Noch ein Eis in einem Café in der Stadtmitte direkt gegenüber vom Apple Store (wieder so ein Zufall), kurz ins Hotel und ab in den ICE zurück.
Der ist pünktlich da - wird ja auch dort eingesetzt - und bleibt es auch. Allerdings hat das Bordrestaurant - als ich kurz nach Hannover Hunger bekam - geschlossen, da das Personal vom vorigen Zug nicht zusteigen konnte. Und das 10 min dauernde Survey der DB zu meiner Fahrt am Vortag bricht kurz vor dem Ende mangels WiFionICE Verbindung ab.
Es gibt noch viel zu tun. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen