Mittwoch, 12. Oktober 2022

So was Blödes

Als ich von den Hotel-Zimmern über den Hof ins Restaurant zum Frühstück gehe, steht die Tür zum Abstellraum für die Räder offen. Das Hinterrad meines Fahrrads war platt. Super.



Nach dem Frühstück war also erst mal Schlauchwechsel angesagt. Das ist jetzt das 2. Mal in 2 Jahren. Mit dem alten Rad und den unplattbaren Reifen ist mir das in 10 Jahren nicht passiert. Immerhin habe ich einen Ersatzschlauch dabei - flicken wäre jetzt wirklich zu aufwendig. Mit 25 Minuten habe ich mich sicher nicht für die Tour de France qualifiziert, aber immerhin brauchte ich mir kein YouTube Video anschauen.
Gleich kurz nach Wurzen versuche ich an die Mulde zu kommen, bin auch ziemlich nah dran. Allein, der richtige Weg bis Eilenburg führt entlang der Bundesstraße. Und auch bei Eilenburg mache ich eine selbstverschuldete Strafrunde. Dann kommt die kleine Bedarfs-Fähre Gruna, an die ich mich noch gut erinnere. Aber die ist zu dieser Jahreszeit nur noch Fr-So in Betrieb. Da half auch telefonieren und am Gasthaus klingeln nix. Also zurück auf die Bundesstraße.



Als Entschädigung gab es dann in Kurhaus in Bad Düben - eigentlich ein Grieche - ein frisches Tiramisu. Das war wirklich gut - der Espresso eher nicht.
Dann weiter entlang der B2. Und wie ich wusste: bergauf. Immerhin war die Steigung recht lang gestreckt. Überall Schilder mit Luther-irgendwas. Der muss aber Autofahrer gewesen sein, sonst hätte man hier sicher mehr separate Radwege und müsste nicht auf der B2 fahren.
Ich wusste, irgendwann komme ich an einem See vorbei und als ich das Schild „Königssee“ las, bin ich spontan abgebogen. Falsch und wieder 2 km extra. Der See heißt Bergwitzsee und kommt erst ein paar Kilometer später.



Und es gibt einen FKK Strand. Da sind schon 2 Typen. Der eine quatscht mich voll und entschuldigt sich auch gleich dafür, weil er 3 Bier intus hat. So what? Egal, ich lächle und winke, als er mit von seinem Hauptschulabschluss und der Umschulung seines Kumpels erzählt. Alles gut, Never judge the book by its cover…
Aber das Wasser ist kalt. Ich geniesse es trotzdem, fahre nach einem Sonnenbad weiter nach Wittenberg und schaue etwas verdutzt auf das Schild „Wurstautomat“.



Den Blick von der Brücke auf die Silhouette der Stadt hatte ich schon mal, als ich während der Elberadweg-Tour hier lang kam - aber das ist lange her.
Mein Weg führt mich am Acron Hotel vorbei. Nach kurzer Diskussion muss ich nicht erst über HRS buchen und bekomme den gleichen Preis. Duschen, Power Nap und dann ein Rundgang durch das Zentrum, bevor ich mich mit einem Kollegen, der hier wohnt, im Brauhaus treffe.
Das dauert dann gut bis 23 Uhr, wir haben keine Langeweile und sind so ziemlich die letzten Gäste.

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