Dienstag, 11. Oktober 2022

Und schon geht’s wieder los …

Mein 2020 in der Nähe von Chemnitz zusammen geschraubtes neues Trekkingrad hatte ich ja vor ein paar Monaten zur Durchsicht gebracht. Vor ein paar Wochen meldete sich sein Schöpfer, der eigentlich keinen Fehler finden und sich die Geräusche einfach nicht erklären konnte.
Eher durch Zufall fand er heraus, dass ein Erhöhen der eigentlich im unteren Normbereich liegenden Riemenspannung das Problem löste. Das passt zwar ins Bild, denn im Winter war das Geräusch ja nicht wahrnehmbar. Dennoch glaube ich, dass das nur ein zusätzlicher Faktor ist.
Egal, das Rad muss natürlich heim. Noch ist das Wetter schön und so habe ich gestern Abend spontan ein Ticket bestellt und gepackt. Um 6:44 ging’s los. 3 Mal umsteigen und 4 Stunden später sollte ich ankommen. Kam ich auch. Gerade richtig für die Ölwechsel-Prozedur der Rohloff Schaltung, denn der läuft gerade.
Auch über die Riemenspannung reden wir, dann packe ich um und radle von Ottendorf los.



Mein Ziel ist die Chemnitz, aber nicht deren Quelle. (Hieß die zu Ostzeiten eigentlich auch Korl-Morx-Floss? ;-))
Und die habe ich nach wenigen Kilometern auch schon erreicht. Ein toller Radweg, der dem Fluss vielleicht 10 km folgt, fährt sich super.



Bei Hartha fließt die Chemnitz dann auch schon in die Mulde. Das wollte ich eigentlich festhalten. Aber ich werde gleich mehrfach verschaukelt. Komoot schickt mich ins Nirwana und mein steiler Schotter-Feldweg entpuppt sich als Sackgasse. Die Kühe schauen blöd als ich runter fahre und ich glaube, lächelnd als ich wieder rauf keuche. Ich gebe ihnen zu verstehen, dass ich mein Oktober-Steak noch nicht hatte …
Und dann die nächste Stichstrasse - aber keine Chance auf einen Blick vom Zusammenfluss. Das Ganze kostet mich gut 100 unnötige Höhenmeter.



Es wird wird Zeit fürs Mittag. Schon im Zug hatte ich den Landgasthof Sörrnzig ausgemacht. Nur war da alles dicht. Weiter nach Rochlitz. Da soll es eine ganze Menge Restaurants geben. - Die sind alle dicht. Bis auf das Blümchen-Café, bei dem es auch Herzhaftes gibt. Die Mädels sind nett. Das Würzfleisch und der Schneewittchen-Kuchen nicht ganz so meins. Aber wer Hunger und Durst hat, nimmt fast alles.
Ich muss immer wieder anhalten, denn es gibt einfach nur wunderschöne Blicke auf die Landschaft - oder wacklige Brücken. Das Licht spielt mit und die Herbststimmung tut ihr Übriges. Aber den Zusammenfluss der Zwickauer und Freiberger Mulde zur Vereinigten Mulde lasse ich aus. Den hatte ich schon 2 Mal, letztes Mal im Sommer.





In Grimma fahre ich an einem Haus vorbei - und kehre noch mal um. Hier hat das Hochwasser gewütet. Immer wieder. Aber nie so schlimm wie im den 2000ern. Das wird sicher nicht besser.
Ich habe immer noch kein Hotel. Vor zwei Jahren habe ich hier in Grimma bei einem Cappuccino das Schlosshotel in Wurzen  gebucht. Heute lasse ich Grimma links liegen und buche das gleiche Hotel - es gibt keine Alternativen - erneut auf dem Weg.
Die letzten Kilometer bis Wurzen werden hart. Ich keuche immer wieder und stelle irgendwann fest: mein Hinterrad hat fast keine Luft. Ein offensichtlich schleichendes Problem, denn anfangs war alles ok. Na, mal schauen.
Nach dem Check-in merke ich, wie unterkühlt ich bin. Kurzes Hemd ist falsche Kleiderordnung. Das Zimmer ist auch kalt und die Heizung gerade angestellt. Die Dusche war herrlich.
Um nicht auch noch ins gleiche Restaurant zu gehen wie vor zwei Jahren, nehme ich die „La Grotta“, in der ich von einem 100%en Sachsen bedient werde. Die „Rigatoni La Grotta“ sind lecker - Brot hätte aber gut gepasst. Nachdem ich meinen Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen habe gehe ich heim ins Hotel.

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