Samstag, 21. Juni 2025

Sylt, der Süden

"Ich will zurück nach Westerland" von den Ärzten dürften die meisten älteren Deutschen noch im Ohr haben. Bis jetzt habe ich die Insel gemieden / es hat sich nicht angeboten. Aber wo wir schon mal in der Nähe sind...
Wir hatten ja die Nacht auf dem mit Solarpanelen überdachten Parkplatz in Klanxbüll verbracht. Als wir ankamen war unter den Dächern ein ziemlicher Lärm. Meine Vermutung, dass es die Lüfter der Wechselrichter für die Paneele sind erwies sich als richtig: Nachts war Ruhe.
Wir radeln direkt nach dem Frühstück zum Bahnhof Klanxbüll und sehen erste Züge von und nach Sylt passieren. Also die mit den aufgeschnallten PKWs und WoMos - in denen offensichtlich die Besitzer eingeschlossen sind - etwas schräg anzusehen.



Nur 10 Minuten später sind wir in Morsum auf Sylt und radeln gleich Richtung Süden. Da der Radweg hinter dem Deich liegt, sieht man nicht viel vom Wasser. Aber selbst wenn er auf der anderen Seite wäre, wäre das Wasser in ziemlicher Ferne. Immerhin fährt es sich - trotz starkem Gegenwind - ganz gut. Bis wir zum Abzweig um das Rantumbecken kommen. Von da an ist Gravel-Road angesagt. In Kombination mit Gegenwind drückt das die Durchschnitssgeschwindigkeit enorm. Es kommen uns viele Radler entgegen, keiner fährt in unsere Richtung. Wer hatte hier bitte die Planung übernommen?



In Rantum überlegen wir kurz, das Team zu trennen, aber der Radweg wird besser und wir radeln beide nach Hörnum an die Südspitze der Insel. Ein Fischbrötchen samt Flens und ein Powernap am Strand müssen als Belohnung reichen. Dann noch kurz um den Leuchtturm und an den südlichen Strand - bis zu Südspitze ist es uns aber zu weit, denn da kommt man nur zu Fuß hin und wir müssen zurück. Meine Uhr sagt mir noch, dass das Wasser hier ein paar Stunden später einen guten Meter höher steht.




Wir radeln wieder nordwärts nach Westerland und schieben dann das Rad durch die Fußgängerzone zu einem gut bewerteten Italiener - und die fair bepreiste Dorado ist wirklich lecker.

Als wir den Zug entern haben wir rund 50 km auf dem Tacho. Bei einem unsere E-Bikes ist der Akku alle - meiner hat noch 90 %. Wir verstauen alles und fahren auf einen WoMo Platz auf Rømø. Auf der Insel darf man nicht wild campen. Der Platz ist sehr modern, sauber und die Preise fair - aus gegebenem Anlass nehmen wir auch mal Strom.
Heute ist der 21. Juni. Sommersonnenwende, längster Tag - also ein galaktisches Ereignis. Da müssen wir was machen. Und wir nehmen noch mal die Räder raus und radeln zum breitesten Strand Europas und dann soweit nord-westlich wie möglich. Wir sind nicht die einzigen. Und auf diesen Strand darf man sogar mit Autos fahren.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen