Mittwoch, 1. Juli 2026

Das Highlight verpasst

Und wenn man dann morgens die Verdunkelung wieder aufmacht und solch ein Bild hat, dann kann man sich doch nicht beschweren. Beim Abdunkeln waren noch die letzten Strahlen der untergehenden Sonne auf den Steinen zu erahnen - leider nicht festgehalten.


Wir wollen / müssen weiter nach Norden. Gemini meint, als Kajak-Freunde solle man im Lysefjord paddeln und ja: das sieht nach einer guten Idee aus. Wir brechen auf nach Lauvvik zur Fähre, die uns auf die andere Seite - nach Oanes - bringt. Die Fähre geht alle halbe Stunde. Wir kommen an, warten etwa 10 min, bezahlen vorab und nach 20 min sind wir auf der anderen Seite. Alles entspannt, wäre da nicht nach 10 min: Alarm! Diebstahl! lesen wir auf den Uhren und den Handys. Ah ja, da funktioniert das Geofencing der Alarmanlage offensichtlich. Bei der großen Fähre nach Kristiansand war innerhalb der Fähre offensichtlich kein GPS Empfang - hier schon. Das ist dann sicher auch ein Hinweis für potentielle Diebe ...


Der Beginn des Fjords ist wirklich malerisch. Wir fahren ein paar Kilometer in eine Sackgasse nach Hellesli havn und setzen das Kajak ein. Es weht ein kräftiger Wind aus West. Wir entscheiden uns, mal den Gegenwind zu testen, um die kleine Insel zu paddeln und dann ein Stück nach Osten in den Fjord zu kajaken. Immer wieder kommen kleinere und größere Boote, die den Fjord auf und abwärts steuern - wir genießen die Zeit - und sind ziemlich langsam. Hier fehlt einfach die Strömung ...
Es werden dann immerhin knapp 7 km.



Wir verpacken alles wieder ein, sind gegen 15 Uhr fertig und wollen nach Stavanger aufbrechen. Dabei erkennen wir, was Gemini uns verschwiegen hat: die tollen Felsen im Hintergrund gehören zu DEM Symbol Norwegens, dem Preikestolen. Da gibt es mehrere Wanderungen und Zelt- und Womo- und Parkplätze, von denen es los geht. Die Haupt-Wanderung ist etwa 8 km lang, hat insgesamt knapp 500 Höhenmeter und dauert ca. 4-5 h. Eigentlich super, denn das Wetter ist heute noch toll - und die komplette nächste Woche Mist. Nur: es ist einfach schon zu spät. Verdammt ärgerlich. Na, dann schwimme ich noch eine Runde im See, bevor das Parkticket ausläuft. Nein, hier darf man nicht übernachten und ab 5 Uhr soll es regnen.


Wir fahren vermutlich durch den längsten von mir bis jetzt befahrenen Tunnel, dem Ryfelket Tunnel mit 14,4 km. An dessen Ende wollen wir eigentlich raus, denn auf der vorgelagerten Insel Hundvág soll es einen netten Platz geben, wo wir übernachten wollen. Der Kreisverkehr kommt aber so schnell, dass wir das Rechts-Abbiegen verpassen - und schon im nächsten Tunnel sind.
Statt mit Rad sind wir dann mit Auto in Stavanger und parken erst einmal direkt am Hafen, um essen zu gehen. Und der Ort macht durchaus was her. Das Museum ist zu, stellt aber davor einige Exponate aus. Ob das Teile von Pipeline zu NorthStream gehörte?
Es ist jedenfalls einiges los. WM Public Viewing und viele offene Restaurants. Aber alles nicht wirklich überzeugend. Ich erinnere mich nicht, jemals in zwei Restaurants hintereinander nach Lesen der Speisekarte aufgestanden zu sein, um dann am Ende bei einem Italiener Gnochi und Pizza für über 70 € bestellt zu haben. Nun ja.



Die Stadt hat auch keinen auf Park4Night gut bewerteten Zeltplatz - dafür aber einen Hang zu Kreisverkehren, bei denen der innere Kreis keinen Meter breit ist. Daran muss man sich erst mal gewöhnen. Wir erwischen den letzten Parkplatz in der Nähe des Wassers an einer Fabrik, wo schon 5 andere parken. Glück gehabt.

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