Donnerstag, 23. Juli 2026

Soweit entspannt

Vor ein paar Tagen bekamen wir die Nachricht, dass sich der Flug mit Air Korsika von München nach Ajaccio von 9:40 auf 13 Uhr verschiebt. Das machte Frühstück und Anfahrt in diesem Fall deutlich entspannter. Auch wenn wir die Bordkarten alle auf unseren Handys haben, werden sie nochmal ausgedruckt. Umso Überraschender: beim Boarding selbst piept es dann 2 Mal: einige von uns bekommen dann doch noch einen anderen Sitz: wegen der Balance, denn das Flugzeug ist halb leer. Ich sitze dann die ganze Zeit recht still. 


Nach 1 ½ h ist der Flug auch schon vorbei, das Gepäck wartet schon und wir nehmen die beiden Mietautos in Empfang. Peugeot 209, VW Polo. Ersterer ist ein Hybrid. Sowas fahre ich nun ja schon seit 23 Jahren, aber der hier ist anders. Fuß vom Gas heißt hier nicht „Segeln“ sondern „Rekuperieren“. Daran muss man sich erst mal gewöhnen. 
Die beiden AirBnBs und das Hotel sind schnell gefunden und auch da klappt alles reibungslos. Der Ausblick aus dem Zimmer ist nicht schlecht, könnte aber besser sein. 


Der Ausblick auf das Essen im nahe gelegenen Restaurant nicht. 
Wir brauchen eine ganze Weile, bis wir damit durch sind. Aber hier gehen wir am letzten Abend noch einmal hin. 




Mittwoch, 22. Juli 2026

Und schon geht’s weiter

Dieses Mal in den Süden, nicht mit dem WoMo dafür mit der ganzen Mischpoke von 7 Leuten. 
Das hatten wir schon einmal 2022 nach La Palma, und 2025 nach Teneriffa in etwas anderer Konfiguration. Dieses Mal geht es nach verschiedenen Überlegungen wie Azoren und Kreta und erfolgreicher basisdemokratischer Abstimmung nach Korsika. 
Da war ich 2016 schon mal. Die meisten Flüge gehen nach Bastia, was ziemlich im Norden ist und weshalb ich vom Süden noch nichts kenne. Deshalb dieses Mal Ajaccio. Nur gehen vom BER keine Direktflüge dorthin. Aber von München. Und da einer sowieso von dort los muss, fliegen die 6 anderen dort hin. 
Eigentlich hätte man es mit einem Flug um 6:30 durchaus rechtzeitig zum 9:30 Flug schaffen müssen, aber da man das Gepäck nicht durchchecken konnte und die Wege im MUC sehr weit sind, gehen wir kein Risiko ein, fliegen einen Tag früher und übernachten halt im Ramada am Flughafen.
Der schöner Ausblick aus dem Fenster ändert leider nichts an der Tatsache, dass es in der Einflugschneise liegt. 



Dienstag, 14. Juli 2026

Das wars

Alles gut geklappt. Keine Beulen oder Kratzer und keine Verluste. Das ist nicht immer so und dann darf man sich auch freuen. 24 Übernachtungen am Stück sind jetzt nicht so viel, aber bis dato unser Maximum. Da geht noch was. Auf knapp 3000 km haben wir viel gesehen und etwas Gefühl für Norwegen und Dänemark bekommen. Insbesondere in Norwegen ist die Landschaft toll, die Infrastruktur gut in Schuss, alles sehr sauber, kein Müll, kein Graffiti und nur sehr wenige Idioten auf der Straße. Und ja, die E-Autos sind in der Überzahl. So viel auf der "Haben-Seite".
Essenstechnisch war es zumindest für uns keine Offenbarung. Ok, der Räucherfisch ist gut, aber woanders auch.
Kostenmäßig ist es recht intensiv. Alles und für alle. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum alles ganz gut in Schuss ist - und vielleicht ja auch nicht schlecht.
Ich warte noch auf die Rechnung (wird nur monatlich erstellt) für die Maut die wir zu zahlen haben. Gehen von mindestens 300-400 € aus. Damit dürften wir dann mehr dafür als für Sprit gezahlt haben. Da man dort ja meist nur 60 - 80 km/h fahren kann, haben wir dort unter 8 l für 100 km gebraucht. Nicht schlecht für eine Blechbüchse mit dem CW Wert einer Schrankwand.
Machen wir das noch mal, es war ja immerhin nur eine kleine Runde und Trondheim, Tromsø und Nordkap fehlen? Hm. Es ist viel zu fahren und eine weite Anreise.
Ich habe gerade gelernt: bei den Hurtigruten kann man quasi ein Hop-On-Hop-Off machen und 1 oder 2 Tage in einem Ort bleiben und dann das nächste Schiff nehmen. Vielleicht ist das ja mal eine Option. Die aktuellen Übernachtungs-Standorte waren jedenfalls so in etwa diese hier:



Montag, 13. Juli 2026

Auf nach Kalifornien

Trotz des recht intensiven Abends müssen wir raus, denn heute steht einiges an. Zwischen 16 und 17 Uhr wollen wir in Schwerin sein und davor einfach noch die Gelegenheit nutzen, nach Frühstück mit Tagesthemen kurz nach Kalifornien - und Brasilien - zu radeln. Ja, hier hatte jemand irgendwann wohl Humor - oder Sehnsucht. Der Radweg geht dabei direkt am - teils FKK - Strand entlang, heute ziemlich im Nebel.
Natürlich haben wir uns ein Ziel gesetzt: Fischbrötchen bei Ehlers direkt in Kalifornien. Nun ja, der Fisch ist gut, die Brötchen etwas matschig. 



Wir radeln einen etwas anderen Weg zurück, checken aus und entsorgen noch, bevor es Richtung Schwerin geht. Vor genau einem Jahr gab es eine große Party, dieses Mal tut es auch ein entspannter Grillabend mit einem Freund aus Abi-Zeit und seiner Familie.  

Sonntag, 12. Juli 2026

Die Zeit drängt

Denn wir wollen schon morgen am späten Nachmittag in Schwerin bei einem Abi-Freund grillen. Das sind noch rund 500 km und dam gut 6 ½ h Fahrt. Wir suchen nach einem strategisch günstigen und gleichzeitig lohnenswertem Ziel. Vergangenes Jahr hat sich meine Tochter und ihr Freund das Wohnmobil für ein paar Tage ausgeliehen und sie waren u.a. am Ostseestrand etwas östlich von Kiel. Das ist gut die halbe Strecke, ein See auf dem man paddeln könnte ist in der Nähe und ich kenne die Ecke noch nicht.
Schnell noch zum REMA 1000 Supermarkt, in dem wir unsere gesammelten vermeintlichen Pfandflaschen abgeben. Der Automat nimmt die überraschenderweise ALLE ab und sagt Danke - ohne Pfand und dann brechen wir auf zum Selenter See, dessen ganzes Nordufer ein Naturschutzgebiet ist. 
Der See sieht wirklich sehr sauber aus, aber aufgrund des immer noch kräftigen Windes ist er uns zu unruhig zum Paddeln. Und dann noch die eindringliche Warnung auf einem Schild davor: "Vorsicht Zerkarien!" verdirbt einem dann die Lust endgültig.
Und jetzt? Na gut, wenn nicht drauf dann drum und schon sind die Räder fertig und es geht 25 km um den See, an dem es - trotz der Zerkarien - immer wieder Leute ins Wasser zieht.



Nach rund 2 h sind wir um den See rum und fahren weiter zum Strandcamping Radeland ziemlich nah am Ostseestrand.
Hier gibt es 2 Gaststätten für den Abend und der Herr an der Rezeption empfiehlt die urigere und preisgünstigere Fischerklause. Die liegt als erstes auf dem Weg, ist ziemlich gut besucht und das "Strandlächeln" soll heute ohnehin geschlossen sein. Also bleiben wir, wissen gleich was wir wollen und bestellen. Die Getränke kommen sehr schnell. Ich halte mich eine gute halbe Stunde am Bier fest, blicke die Kellnerin extrem traurig an, bestelle noch ein weiteres und frage, wann wir dran sind.
Einer weitere halbe Stunde vergeht, die Nachbarn ziehen mit ihrem Essen alle an uns vorbei - dabei wollten wir nur Sahnehering und Räucherlachs mit Bratkartoffeln! - und es passiert immer noch nix. Nach weiteren 20 min - eigentlich hat die Küche der Klause schon zu - gehe ich zu den netten Kellnerinnen und sage, "nach gut 1:20 h haben wir keinen Appetit mehr". Das ist zwar gelogen, aber wir zahlen und gehen weiter zum Strand. Und: das Strandlächeln hat geöffnet!
Ich streife frustriert durch die Tische draußen, ein Typ mit einem Weißweinglas in der Hand beobachtet das und spricht mich gleich an. Wenig später weiß ich: es ist der Chef. Der ordert dann aus der schon geschlossenen Küche zumindest noch ein Fischbrötchen. Ich danke es ihm, bestelle noch ein paar Bier und gemeinsam mit einem älteren und jüngeren Pärchen haben wir noch interessante Gespräche. 




Samstag, 11. Juli 2026

Eigentlich ...

... wollen wir auf unserer weiteren Tour nach Süden noch eine Runde paddeln gehen. Gemini schlägt da den Fluss Skjern vor. Wir fahren zur gleichnamigen Stadt und über die Brücke über den Fluss. Die Strömung von mindesten 4-5 km/h und der Westwind und eine fehlende Einsatzstelle lassen uns dass dann aber schnell vergessen. 
Stattdessen machen wir wieder das, was die Dänen offensichtlich ganz cool finden: wir fahren an den Strand. Mit dem Auto und bleiben dort stehen. Irgendwie weiß ich noch nicht, wie ich das finde, aber etwas cool ist es schon. Es sind wieder viele Leute und Autos dort und einige probieren sich an den Gleitschirmen.
Danach suchen wir einen einen Campingplatz nördlich von Esbjerg heraus und checken dort ein.




Wieder ein sehr ordentlicher Campingplatz und die Nachbarn schauen etwas verdutzt, als wir - kaum angekommen - die Räder auspacken, nach 15 min wieder verschwunden sind und dann erst 4 h später wieder kommen.
Wir wollen natürlich in die Stadt und es führt auch ein entsprechender Radweg in ebenselbe. Auf dem Weg gibt es wieder mal Skulpuren, aber diese - "Mensch am Meer" mit 4 locker 7 m hohen Skulpturen spielt schon in einer besonderen Liga und ist auch gut besucht.


Wir radeln weiter in die Fußgängerzone der City und sind einigermaßen verwirrt. Die Straße ist ziemlich leer - ebenso wie die Restaurants, die ich mir per App habe zeigen lassen. Dann kommen wir auf den Marktplatz mit zwei weiteren Restaurants - und die sind absolut voll. Wir entscheiden uns für die "Dronning Louise", das die besseren Bewertungen hat und nehmen draußen Platz. 10 min lang passiert wieder nichts, wir holen uns die Speisekarte und es passiert immer noch - nichts. Alle Kellner schauen und laufen an uns vorbei. Wir haben gelernt, ändern die Strategie und gehen rein - es wird eh etwas frisch. Drinnen ist recht leer und vor allem: sämtliche KellnernInen laufen ständig an uns vorbei. Ruckzuck haben wir bestellt und auch das Essen kommt. Wir erkennen zu spät, dass eines falsch ist und ich habe schon angefangen und mache einfach weiter. Dann kommt noch das richtige und am Ende geht der Fehler des Hauses auf Kosten des Hauses. Auch gut. Wieder satt und drinnen ist das Restaurant durchaus cool.


Wir brechen auf und so langsam belebt es sich auf der Straße. Vor dem Irish Pub gibt es Live Musik und der Nachtclub öffnet bestimmt auch bald. Aber wir radeln ziemlich satt heim und die 4 neuen Freunde passen immer noch auf.



Freitag, 10. Juli 2026

Etwas enttäuschende Strecke

Wir überlegen echt, noch eine Nacht zu bleiben, aber wir haben noch eine ziemliche Strecke vor uns, checken nach Ver- und Entsorgung aus und fahren gute 1 ½ h nach Hanstholm. Das ist so am obern Ende des Thy Nationalparks, was auf der Karte schön grün aussieht. Da können wir bestimmt schön in der Nähe der Dünen durch einen Wald radeln. Und ja: auf dem Weg geht es durch schöne Wälder und auch der Ort, wo wir direkt am ältesten Leuchtturm Dänemarks parken ist schön grün. Wir wollen nach Klitmøller radeln, um dort Mittag zu essen. Der Weg dorthin ist: absolut baumfrei. Und wir haben Gegenwind. Die ganzen 14 km.



Aber wir ziehen es durch, schlagen uns den Bauch voll, haben auf dem Rückweg Rückenwind und schaffen für die gesamte 30 km Tour immerhin einen genau 20er Schnitt.
Das Bunkermuseum - rund um 19 Bunker der deutschen Wehrmacht aus dem Jahr 1940 (ja, so früh haben die hier damals Verteidigungslinien aufgebaut) lassen wir mal ausfallen.



Wir gehen auf den Leuchtturm, der einige interessante Infos bereit hält, u.a. eine Karte mit verunglückten Schiffen entlang der dänischen Nord- und Ostseeküste aus dem Jahr 1882. So die hatte ich schon mal gesehen. Unglaublich was da alles passierte und das macht die Unternehmung des Nord-Ostsee-Kanals umso verständlicher.


Wir laufen dann doch noch mal zum Strand, unterschätzen die Länge und Beschaffenheit des Weges und kommen auf dem Rückweg noch an einem Ost mit verschiedenen mehr oder weniger originellen Skulpturen / weisen Steinen vorbei. Die stammen aus dem Jahr 2025 und haben schon an einigen Verbindungsstellen Rostspuren. Das wird sicher keine Konkurrenz zu dem was ich in Rom, Athen und Delphi gesehen habe...



Zu uns auf dem Feld gesellen sich noch 3 andere WoMos und es bleibt sehr ruhig, abgesehen von den muhenden Kühen, die nur 2 m entfernt residieren. Am frühen Abend wird es nebelig und gegen Mitternacht wirkt es echt gespenstisch. 

Donnerstag, 9. Juli 2026

Die EU hat uns wieder

Von Lillesand nach Kristiansand brauchen wir wirklich nur eine Dreiviertelstunde - und so lange brauchen wir in Kristiansand auch, bis wir die richtige Einfahrt zum Terminal finden. Manchmal sollte man einfach den Schildern folgen und nicht auf das Navi hören. Wir sind dennoch früh da, werden dieses Mal ohne extra Aufschlag eingecheckt und - warten.
Die Fähre kennen wir nun ja schon - denken wir - und laufen noch einmal alles ab. Sagen Kristiansand und der norwegischen Küste Adé  und dann fällt uns ein Schild auf: Commander's Buffet. Hm, das kennen wir noch nicht. Bestimmt nur für geladene Gäste und / oder preislich voll daneben. Letztes Mal war schon ein nicht besonders gutes Sandwich im Bistro unverhältnismäßig bepreist. Aber es ist früher Nachmittag, wir haben Hunger und schauen uns das genauer an. Das Buffet kostet weniger als 30 € p.P.  - unglaublich und unglaublich lecker. All inclusive - im Prinzip auch Wein und Bier! Na wir verbringen da eine Weile mit tollen Ausblick aufs Wasser und sind dann gut gesättigt.


Bei der letzten Überfahrt haben wir uns ja nicht getraut, die Flaschenpost zu versenken. Zu viele Leute, zu große Höhe auf dem offenen Deck 11 und zu wenig Mumm.
Wir finden heraus, dass es auch auf Deck 7 einen Außenzugang gibt. Nur ab und zu ein paar Leute und nur 3-4 m bis zum Wasser. So versenken wir die Flaschenpost auf halbem Wege zwischen Kristiansand und Hirtshals am/im Skagerrak. Mission erfüllt.


In Hirtshals wollen wir nicht bleiben und haben uns einen Zeltplatz eine Dreiviertel Stunde westlich - Grønhøj Strand Camping - heraus gesucht. Super sauber, toller Platz auf dem Rasen. Wir laufen noch 700 m zum immer noch gut besuchten Strand und haben irgendwie immer noch keinen Hunger …





Mittwoch, 8. Juli 2026

Starker Gegenwind

Und es gab keine Probleme und beim Aufstehen werden wir von einem recht akzeptablen Blick aus dem Fenster erfreut. 


Wir wollen aber nichts riskieren und fahren hier erst mal los und frühstücken auf einem kleinen Parkplatz außerhalb des Ortes.
Es gibt hier ja unzählige Seen, Flüsse und Fjorde. Beim Fahren kommt man quasi ständig am Wasser vorbei. Ist schon irgendwie Kino mit großer Kulisse. Ich frage Gemini mal wieder, wo man denn auf dem Weg von Kragerø nach Kristiansand gut und in toller Kulisse paddeln kann und bekomme 2 Vorschläge jeweils ca. 35 von der eigentlichen Strecke entfernt. Wir nehmen den See  näher an der Fähre und sind mittags dort. Nun ja, so ganz können wir die tolle Beschreibung mit den steilen Wänden nicht nachvollziehen, aber schön ist es hier schon und immerhin kamen auch gleich wirklich gute Hinweise zum Einsetzen. Naja, für manches scheint die KI ja doch geeignet zu sein.
Es ist aber ziemlich windig und damit kommen wir gerade mal auf 6 km. Das ist nicht viel.



Morgen geht es ja wieder mit der Fähre heim. Ich hatte gestern noch ein recht günstiges Ticket geschossen - 165 €, man kann auch locker das Doppelte und Dreifache bezahlen - und obwohl die Fähre erst um 14:30 geht, wollen wir möglichst nahe an Kristiansand übernachten und landen in Lillesand, runde 40 min entfernt. Dort gibt es einen einfachen Parkplatz ohne Service auf dem man übernachten kann und wo man in nur 10 min im Stadtzentrum / am Hafen ist. Das wissen offensichtlich einige, denn der ist gut besucht.
Wir gehen zum Hafen und entscheiden uns für das Fyskebrygga. Das ist gut besucht und das Essen soll lecker sein. Leider dauerte es nach der Bestellung ca. 1:15, bis wir das heraus finden konnten. Ich glaube, dass ist neuer Rekord bei mir. Normalerweise wäre ich gegangen, aber die Gefahr, das noch mal zu erleben und hungrig zu bleiben, war uns zu groß.



Dienstag, 7. Juli 2026

Das Ende der Welt

Der Campingplatz mit gleichem Namen liegt nur knapp 2 km entfernt von eben dem Ende der Welt mit Blick auf Skagerrak etc. und wir radeln einfach hin. 


Das wäre aber zu kurz und so starten wir vom Ende der Welt noch auf die Nachbarinsel - mit dem Rad bis nach Kruka Havn. Das Wetter passt und die 25 km Tour ist dann grundsätzlich sehr entspannt.


Es geht weiter Richtung Westen und nach kurzem Halt zum Einkauf in Larvik darf Gemini wieder Vorschläge zu Zwischenstopps machen. Der erste ist einer, in den man vielleicht hinziehen sollte: Langesund. Es gibt einen kleinen Spaziergang in einen kleinen Wald an der südlichsten Spitze, in dem einige Bunker zu finden sind. 
Und dann steht Kragerø als Ziel an. Leider gibt es im Ort keinen vernünftigen Zelt- oder WoMoplatz und radeln oder 5 km laufen wollen wir heute nicht mehr. Dafür zeigt uns Park4night ein paar Parkplätze, auf denen man außerhalb von 8-18 Uhr stehen darf und wo das Übernachten nicht explizit verboten ist. Nach dem Abendessen im Tollboden - es gibt versehentlich einen Burger - parken wir direkt am Hafen und sind gespannt, ob wir Probleme bekommen. 




Montag, 6. Juli 2026

Pflichtprogramm

Wenn man von Bergen nach Oslo fährt, dann muss man die Highlights dort auch abklappern. Gemini bekommt wieder eine Chance und macht uns eine Liste. Mit dem WoMo durch die Stadt klingt nicht so richtig verlockend. Wir parken auf einem Platz an der Metro Station Jår, laden die passende App herunter und fahren nicht schwarz. Die Bahn führt uns zum Nationalmuseum und von dort geht es direkt zum Königspalast. Da ist gerade Wachablösung und ganz offensichtlich liegt die Frauenquote bei über 50%. Völlig o.k. Ich befürworte das.


Starke menschliche Bedürfnisse zwingen uns zu einem kurzen Stopp in der städtischen Bibliothek und dann geht es in Richtung Aker Brygge - eine architektonisch ziemlich ausgereizte Gegend. Die Aida liegt vor der Tür, viele Skulpturen bedeuten sicher etwas und ein künstlicher Baum "The Oslo Tree" sieht nachts mit seinen 150 000 LEDs sicher toll aus, Macht am Tage aber nicht viel her und ich denke eher über die Nachhaltigkeit des verwendeten Materials nach.



Die nächsten Highlights sind das Nobel Friedenszentrum und das Rathaus, was durchaus ein Statement ist. Wir laufen weiter zur Festung Akershus, wo heute noch ein Teil des Verteidigungsministeriums von Norwegen residiert. Entsprechend beschränkt sind die Zugänge und das Museum lassen wir heute mal ausfallen.



Ein weiteres Highlight wäre das Munch-Museum, dass eben Kunst genau diese Malers beherbergt, den wir noch mal treffen werden.
Interessanter aber ist die Oper. Nein, sie ist nicht so cool wie die in Sydney, aber sie ist so angelegt, dass man ihr aufs Dach steigen kann. Und das machen viele, obwohl die Stufen auf den langen Flächen manchmal irritieren. Leider kommen wir nicht in den Saal, obwohl die Schilder etwas anderes. "rehersal" sagen.


Wir gehen weiter Richtung Innenstadt und finden an einem Brunnen ein finales Statement: Mann und Frau zusammen, und wo scheißt die Möwe hin? Genau.
Dem habe ich nichts entgegen zu setzen und wir fahren weiter ans Ende der Welt: Verden's Ende. Da gibt es einen Campingplatz, die sehr kleine Besitzerin (Philippinerin) weist uns ein und wir lassen den Tag entspannt ausklingen.



Sonntag, 5. Juli 2026

Wir sind nicht ganz dicht

Aber erst einmal laufen wir durch den Ort Geilo bis zum Badestrand und landen dabei immer wieder bei Schildern "privat". Aber dennoch lohnen sich die rund 5 Kilometer durch den Ort, in dem wohl im Winter viel Sport getrieben wird. Man erkennt auf beiden Seiten mehrere Ski-Abfahrten, auch wenn die nicht besonders lang sind - und natürlich viele recht edel ausschauende Hotels und Häuser mit komplett begrünten Dächern.




Wir müssen weiter nach Oslo und planen wieder Stopps ein, die Gemini vorgeschlagen hat. Dieses Mal stehen die im Zeichen der Stabkirchen. Wie wir lernen, sind das Kirchen, die komplett aus Holz gefertigt sind. Keine Steine, keine Nägel und damit hat man schon im 11. Jahrhundert begonnen. Von denen damals sehr zahlreichen sind nur wenige erhalten geblieben oder wurden restauriert. Unser erste Halt ist bei einer in Torpo.


Der zweite ist in Gol. Die Kirche hier wurde erst 1994 komplett neu errichtet - auf Basis einer in Orstnähe und im letzten Jahrhundert verfallenen. Es gibt Museum, einen Weihnachtsshop, Trolle und ein Wikingergrab. 



Interessant ist aber, wie die Erbauer in den Neunzigern versuchten, die Kirche wie früher zu errichten. Mit den gleichen Hilfsmitteln und ohne High-Tec, was der Film gut rüberbrachte. Die Arbeit verdient definitiv Respekt und das Ergebnis ist beeindruckend.


Und es gibt noch einen dritten Stop in Frå, im Bärenpark. Die gibt es dort wirklich und auch Rudolphs Verwandte schauen mich etwas vorwurfsvoll an. Und dann scheint Steven Spielberg hier ein paar gut gemachte Requisiten entsorgt zu haben, wo wohl keine CGI Generierung möglich war. Die Größe der Dinos sind durchaus Respekt einflößend.



Für die Nacht haben wir uns einen Parkplatz vor dem Kunstmuseum in Sandvika ausgesucht und packen die Räder aus, denn auf weitere 2 x 3 km zu Fuss haben wir heute keine Lust und das Tapas Restaurant schließt schon um 21 Uhr, die Küche um 20 Uhr.
Ein Spanier, der das zur Kenntnis nehmen und die Patatas Bravas probieren muss, wird sicher über eine Klage nachdenken ...
Egal, wir werden satt. 

Zum Abschluss wird noch einmal die Dusche genutzt - und wir müssen leider feststellen, dass Wasser dort austritt, wo es nicht austreten soll. Zunächst dachten wir, die Tür war nicht richtig zu, aber es scheint wohl der Abfluss zu sein. Die Analyse im Web macht mir klar: ich habe wohl nicht das richtige Werkzeug da und die Blende vor der Dusche lässt sich auch nicht wie beschrieben lösen. Mist.

Samstag, 4. Juli 2026

Fahrtag 1 und mögliche Änderung der Strategie

Wir müssen weiter und nehmen uns vor, auf dem Weg von Bergen nach Oslo eine Übernachtung auf halbem Wege einzulegen. Die Wahl fällt auf Geilo. Klingt erst mal geil, oder?
Bis dahin sind es aber unzählige und lange Tunnel, die wir durchfahren müssen und die alle Maut kosten - Mag gar nicht daran denken, was da in den kommenden Wochen in der Post sein wird.



Auf dem Weg nach Geilo haben wir wieder mal einen Kreisverkehr im Tunnel, fahren diesmal korrekt ab (!) und dann unmittelbar danach über eine der längsten Brücken - der Hardangerbrua. Den ersten kurzen gibt es in Eidfjord an dem gleichnamigen Fjord, der in der Nähe beginnt und bis in die Nordsee führt. Passend große Schiffe (inklusive Platz für kleine Schiffe )für diese Strecke liegen jedenfalls im Hafen. Und zwei VW Bullis, die uns schon eine Weile begleiten.



Der zweite Stopp ist wieder ein Higlight: Vøringsfossen. Ein ziemlich beeindruckender Doppel-Wasserfall. Wir parken gleich am ersten Parkplatz und laufen sämtliche angelegte Pfade ab. Natürlich auch die ziemlich spezielle Leiter aus Metall. Leider fehlt der Sonnenschein und es ist voll. Beeindruckend ist es dennoch. Es gibt auch Drohnenpiloten - aber ich bin zu feige und lasse unsere im Wohnmobil.
Leider kommen die Bilder nicht so gut rüber, vielleicht ja das Panorama auf der Vision...



Der Weg geht weiter durch ziemlich unwirtliches Gelände. Nur Steine, keine Vegetation. Hochebene. Ich lerne später: hier in der Gegend wurde wohl Starwars V gedreht. Muss ich mir wohl noch mal anschauen.



Wir übernachten dann wirklich in Geilo, direkt an einem P+R Parkplatz der Bahn für 40 NOK/24h. Das ist fair. Hier gibt es noch etwas, woran ich mich noch als Kind erinnere; Warteräume bei der Bahn! Dadrin ist es warm, es gibt angenehme Sitze und Toiletten. Tja ...


Abendessen gibt es heute im Hallingstuene und da lassen wir es mit Bergforelle und einem Filet von Rudolph dem Rentier so richtig krachen. Ja, ich bekomme jetzt wohl nie wieder Weihnachtsgeschenke, egal. Habe genug Socken.
Der Kellner, gebürtiger Deutsche, Baujahr 78, aufgewachsen in der Türkei, gelebt in Deutschland ist ausgewandert, weil er das Schmarotzertum dort nicht mehr ausgehalten hat. Das 150 Jahre alte Restaurant in dem er arbeitete und welches 2 Weltkriege überstanden hat, ist nach Muttis "Wir schaffen das" und Corona den Bach runter - und er wurde zum begeisterten (nicht Nazi) - AfD Begeisterten. Wie bekommt man solche Menschen zurück, die vielleicht den ein oder anderen Punkt haben?

Wir jedenfalls überlegen uns, doch nicht den Weg über Oslo - Göteborg - Malmö - Kopenhagen - Rostock zu nehmen, sondern von Oslo die Route nach Kristiansand zu schließen und wieder die Fähre zu nehmen. Na, wir schauen mal...