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Mittwoch, 23. November 2016

Azoren die 1. oder: auf den Kanaren gehen die Inseln aus

Fuerte Ventura war noch übrig. Nachdem man mir aber von verschiedenen Seiten - selbst Liebhaber einsamer, langweiliger mongolischer Steppen - mitteilte, dass ich dort nicht wirklich etwas verpasse, suchte ich nach einer Alternative.

Die Azoren geistern schon lange in meinen Gedanken umher, aber eigentlich ist es im November etwas zu spät dafür. Egal. Wieder einmal sehr spontan gebucht ging es heute los, um 6:20 ab Tegel. Um 3:15 und im Abstand von 5 Minuten standen 4 Wecker bereit. Sicherheitshalber.
Die beim Vorabend-Check-In ausgesuchten Plätze waren keine gute Wahl: von Tegel nach Düsseldorf saß ein junges, russisches Paar neben mir, das nicht einmal ein "Hallo" über die Lippen brachte. Die beiden Enddreissiger - Männer von Düsseldorf nach Ponta Delgada ebensowenig. Außerdem hatte der neben mir heute garantiert keine Dusche gehabt.
So in etwa bei Erreichen der Reiseflughöhe begann dann hinter mir klassische Musik zu ertönen. Könnte Mendelssohn gewesen sein. Ich dachte, jemand hätte vergessen, den Smartphone oder Tablet Lautsprecher abzuschalten. Aber: es waren Kopfhörer! Ich höre gern laut, aber da wären mir die Ohren abgefallen.
Na ich hatte selbst ja auch Kopfhörer dabei ...
Und dann Air Berlin. Eine Frechheit. Ich kann bestätigen, was mit Kollegen gerade erzählten.
Die Sitzreihen im Flieger wurden zusammen gedrängt und zwar, damit man für XL Sitze 35-80€ extra zahlen kann. Auf einem 4h Flug keinen Snack, kein Getränk ohne Zuzahlung. Extra Gepäck sowieso. Hätte mich nicht gewundert, wenn ich für ein Lächeln der Flugbegleiterin ebenfalls hätte zahlen müssen ... 

Aber dann: Säo Miguel. Eine grüne Insel, das hat man gleich beim Anflug gesehen - hier bin ich richtig. Auto am Flughafen abgeholt und schon ging es - statt ins Hotel - in den Westen der Insel. Der Aussichtspunkt "Miradouru da Vista do Rei" mit Blick auf den grünen und blauen See war das erste Ziel.



Dieser königliche Blick auf das Tal des ehemaligen Vulkankegels ist durchaus beeindruckend. Deshalb scheint man hier auch vor einer Ewigkeit ein riesiges Gebäude - ich vermute ein Hotel - hingebaut zu haben. Nur stehen davon nur noch die Mauern. Man kann noch vieles erkennen: die einzelnen Zimmer, Balkone und auch die ehemaligen Aufzüge, selbst den Teppich der alten Wendeltreppe. Aber alles ist "entkernt" und verwahrlost. Dies ist der richtige Plot für ein Endzeit-Movie.
Als zweites Ziel stand Mosteiros ganz an der Westküste auf dem Plan, denn hier wurde im Reiseführer ein Restaurant angepriesen - und ich war nach Air Berlin ziemlich hungrig und wurde auch nicht enttäuscht. 



Im großen Bogen über Capelas ging es zurück nach Ponta Delgada ins Hotel Alcides. Die Altstadt von Ponta Delgada besteht überwiegend aus Einbahnstraßen, aber bei weitem nicht so schlimm wie Funchal. Das Hotel lag dummerweise in einer Fußgängerzone und Parkplätze in der Nähe gab es so gut wie nicht. Das Hotel selbst ist alt, nicht allzu groß, aber sauber und die Bedienung freundlich.
Die nette junge Dame gab dann auch gleich Empfehlungen bzgl. Restaurants - gute Tipps.

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