Statt dessen war mein nächstes Ziel Ingersheim, wo mein Auto parkte. Dort packte ich kurz um, radelte dann mit leichtem Gepäck in den Olymp-Fabriksverkauf und nahm zumindest ein paar Hemden mit. Weiter führte der Radweg durch Pleidelsheim - wo ich von 1991 bis 97 lebte - quasi direkt an meiner alten Wohnung vorbei. Die Büsche und Bäume im zur Erdgeschosswohnung gehörende Garten sind inzwischen riesig. Kurz noch ein Foto und dann weiter.
Ach, doch noch einen Blick auf die Klingelschilder. Wohnt hier nach über 20 Jahren vielleicht noch jemand an dessen Name ich mich erinnere? Eher nicht, aber dann: das sind doch die Namen meiner damaligen Vermieter! Bewegung im Garten und wirklich: sie sind es! Ich werde hinein gebeten, bekomme etwas zur Erfrischung und wir reden eine gute halbe Stunde. Ja, und ich werde sogar noch einmal durch meine alte Wohnung geführt.
Ein unerwartetes Wiedersehen nach so langer Zeit und sichtliche Freude auf beiden Seiten. Es ist einfach schön, freundliche Menschen aus der Vergangenheit nach einer halben Ewigkeit wieder zu treffen, oder?!
Der weitere Weg ist herrlich. Mundelsheim, Hessigheim - Weinberge an mindestens einer Seite des Neckar. Zwischendurch gilt es auch kleinere Berge zu erstrampeln und die Sonne brennt ganz schön.
Mittag gibt es in der Altstadt von Besigheim. Leckerer Spargel im Café Hirsch und es geht weiter flussabwärts.
Schnell vorbei am stillgelegten AKW Neckarwestheim - man weiss ja nie - und auch in Lauffen, Heilbronn und Neckarsulm mache ich keine Station. Am Nachmittag dann Stopp in Bad Wimpfen. Die Altstadt liegt etwas auf dem Berg. Ziemlich erschöpft komme ich am Biergarten am Bahnhof an. 2 große Radler, die ich gerade noch so vom Liegestuhl aus erreichen kann sind genau das richtige. Es ist 17:30 und Zeit für die Suche nach einer Unterkunft. Ein Nachbar ruft mir zu „Hotel Traube“, gleich um die Ecke und das letzte, gerade zurück gegebene Zimmer ist meins.
Eine ausgiebige Dusche, ein kurzer Spaziergang durch die nette Altstadt und dann das - zu Recht - angepriesene ½ Hähnchen im Kräuterweible. So kann der Abend ausklingen.
Beim Blick auf den abendlichen Neckar komme ich ins Gespräch mit einem Herrn meines Alters, der aus Kuwait stammt. Er ist begeistert, war schon 5 Mal hier und erzählt einige interessante Dinge über seine Heimat. Seine wesentlich jüngere Frau springt zwischen den alten Mauern umher. Es wird eine weitere Nacht, in der ich gut schlafen kann …
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