Montag, 2. Dezember 2019

Adrenalin-Stoß am Lake Hart

Coober Pedy war einer der Gründe, die lange Tour vom Ayers Rock nach Adelaide auf sich zu nehmen. Da es ziemlich in der Mitte von beiden Orten liegt, macht es keinen Sinn, von Adelaide hoch und den gleichen Weg wieder zurück zu fahren. Dann kann man sich auch wirklich den ganzen Stuart Highway geben.
Ich wollte wissen, ob die Leute hier wirklich so verrückt sind, wie man immer wieder in Dokumentationen sieht. Und schon vor dem Einchecken ins Underground Hotel warn klar: ja, mindestens.



Überall entlang der Straße sah man aufgetürmte Sandhügel und alle paar hundert Meter ein Schild, dass man da auch ja nicht rein darf. Und auch der Ort sieht im wesentlichen nach einer großen Baustelle aus. Kein Baum, kein Strauch, überall Bau-und-Buddel Equipment und eine ganze Menge Schrott und Müll.
Mike, unser Host vom Underground Motel bestätigte, dass sich ein Besuch des Old Timers Mine Museums lohne und gab auch gleich den Tipp, sich die serbische, orthodoxe Kirche anzuschauen, die natürlich auch aus dem Felsen gemeißelt wurde.






Wir landeten zunächst im falschen Museum, dem Umaona Opal Mine & Museum. Auch ganz nett, aber das andere war doch deutlich interessanter. Man krabbelte mit Helm durch das Labyrinth der aufbereiteten Höhle, die einen guten Eindruck davon gab, wie die Leute damals und heute hier arbeit(et)en und leb(t)en.
Das Ganze hat übrigens erst vor 100 Jahren angefangen. Die Kirche war dann wirklich beeindruckend und ziemlich fotogen.
In einem Reiseblog hatte ich gelesen, dass sich ein Halt an der Rest Area am Lake Hart - einem strahlend weißen Salzsee - lohnen würde. Je näher wir dem Parkplatz kamen, um so dunkler wurde es. Es gab auch ein paar Regentropfen und so weiß war der ehemalige See deshalb dann doch nicht.



Wir waren mutig und holten die Drohne raus. Sie erhob sich und zeigte schöne Bilder aus der Vogelperspektive. Dann war mir die Sache aber nicht geheuer und das Teil auch schon so hoch, dass ich sie nicht mehr sehen konnte. Ich sagte ihr, sie soll zurück kehren. Das versuchte sie auch (so stand es zumindest auf dem Handy), aber ich sah auf dem Handy auch, wie sich die Entfernung immer weiter vergrößerte. Erst 180, dann 250 und dann 300 m. Der Akku wurde auch immer geringer. Ich wurde immer unruhiger. Aus dem Handy kam ein „Warning“. Irgendwann sah ich, dass sie offensichtlich landete bekam noch ein letztes Bild von der von Gestrüpp umgebenen Landestelle und dann brach die Verbindung ab. Ich hatte eine grobe Orientierung und eine grobe Entfernung von 280 - 350 m. Vorausgesetzt, die Daten stimmten. So oder so ist das in einem unwegsamen Gelände mit viel Gestrüpp keine allzu große Hilfe. Ich schwankte zwischen der Idee, ein ehrlicher Finder würde die Drohne anhand der SD Karte und den Bildern mit GPS Information Kontakt zum Einwohnermeldeamt aufnehmen und Fotos von mir würden demnächst an allen Bushaltestellen aushängen und dem Ausformulieren eines Abgesangs auf das kurze Leben dieses Fluggeräts. Da vernahm ich einen lauter Ruf mit empor gehobenem Arm: Ich habe sie!
Das hatte ich nicht erwartet. Und so tauften wir sie auf den Namen Lake Hart.
Später fanden wir heraus, dass sie weiter fleißig aufzeichnete: sowohl,Ihr Landung als auch die Rettung. Zwischen beiden lagen ungefähr 15 Minuten. Dafür scheint die Batterie noch gereicht zu haben, fürs Fliegen und die Übertragung aber nicht. Egal, wir hatten sie wieder.
Das Motel in Port Augusta haben wir einen Abend zuvor gebucht. Unspektakulär. Da hier immer so viele Tagestouristen und Ost nach West und Nord nach Süd durchkommen sollen die Leute hier zu den unfreundlichsten in Australien gehören. Konnten wir nicht nachvollziehen bekamen aber gerade noch so Abendessen, denn um 21 Uhr ist hier meist alles dicht.

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