Donnerstag, 5. Dezember 2019

Go South, Young Man ...

Viel zu früh müssen wir hier wieder los, denn schon am Dienstag kommender Woche geht der Flieger von Melbourne nach Hobart. Und bis dahin gibt es noch ein Stück Weg zurück zu legen. Wir holen noch einmal die Drohne raus und versuchen, den Charakter der Pelikan Bay einzufangen, bevor es dann wieder mit der - dieses Mal anderen Fähre - zurück geht.




Neben den PKWs sind auf der Rückfahrt auch zwei große LKWs mit besonderer Ladung dabei: Schafe. Und das riecht man schon beim Einchecken. Eingezwängt in kleine Abteile stehen sie dicht an dicht - so können sie zumindest nicht umfallen - auf jeweils 4 Ebenen. Ich frage mich, was die auf der obersten tun mussten, um ein Platz auf dem Sonnendeck zu bekommen. Ein Mann im Auto neben mir meint etwas in der Art, wer weiß, auf welchem Teller die in den nächsten Tagen landen.
Durchgezählt und hochgerechnet sind es auf den 2 LKWs ca. 1500 Tiere. Also, wenn die Fähre sinkt ...



Tat sie aber nicht. Stattdessen hatten wir für viele Kilometer die LKWs vor uns und Überholen war angesichts der Kurven und Berge nicht einfach.
Nach kurzem Tank-Stopp halten wir in Victor Harbour, um Geld bei der Westpac nachzuladen - und eine Hotelbuchung für heute Abend zu machen.
Wir entscheiden uns für eine Unterkunft in Kingston SE. Ich schaue noch mal nach und finde, dass ich ca. 10 km von dort (in Robe) mal im Zelt übernachtet habe und es in dem Ort ein ganz besonders Wahrzeichen gibt: den Big Lobster. Wie zu erkennen war das Wetter damals (1995) besser und er könnte mal einen neuen Anstrich gebrauchen. Ok, wir sahen 1995 alle besser aus ...



Nahe der vermeintlichen Unterkunft fahren wir etwas unentschlossen, da wir die richtige Hausnummer nicht finden können, bis jemand von einer Terrasse gestikuliert. Wir werden angehalten, das Auto in die Garage zu fahren und von Margaret und Peter herzlich in Empfang genommen. Die beiden haben heute ihren 49. Hochzeitstag, hatten mal eine Motel-Kette und vermieten jetzt noch immer mal 1-2 Zimmer in ihrem neuen Haus, damit es nicht so langweilig wird. Sie bieten ein leckeres Seafood Menü mit Fisch, einem halben Hummer inklusive Anleitung zum Verzehr und 6 Austern an, bei dem man nicht widerstehen kann. Die fast 3 Stunden Gespräch beim Sauvignon Blanc streifen von Hummern, Tourismus, der Einwanderungsgeschichte Australiens (ihr Großvater ist als Deutscher hier gestrandet) bis zum Brexit alles Erdenkliche. Sie erzählen auch, dass sie dieses Jahr gerade erst auf einer 4 Monate Tour quer durch mehrere Länder Europas, die USA und Kanada waren. Respekt. Ein unerwartetes Highlight. Abschließend wird dann für Sonntag noch das nächste kulturelle Highlight in Melbourne gebucht. 

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