Ergebnis meines E-Bike Tests: Ziemlich cooles Teil - aber noch nicht perfekt
Gleich nachdem ich mein GXi gekauft hatte ermunterte mich GoCycle, hier bei TrustPilot eine Rezension zu verfassen. Aber statt meine ersten „Ahs“ und „Ohs“ zu teilen zog ich es vor, damit zu warten. Jetzt, nach mehr als 3 Monaten und über 600 km glaube ich ein besser begründetes Urteil abgeben zu können.
Gleich nachdem ich mein GXi gekauft hatte ermunterte mich GoCycle, hier bei TrustPilot eine Rezension zu verfassen. Aber statt meine ersten „Ahs“ und „Ohs“ zu teilen zog ich es vor, damit zu warten. Jetzt, nach mehr als 3 Monaten und über 600 km glaube ich ein besser begründetes Urteil abgeben zu können.
Allerdings lässt Trustpilot nur 4000 Zeichen zu! Das reicht mir bei weitem nicht und da ich mir die Arbeit nicht umsonst machen wollte, habe ich das vollständige Review (Deutsch wie Englisch) einfach hier in meinen Blog verlinkt.
Zu aller erst: es ist ein cooles Rad. Es macht Spaß damit zu fahren und man wird automatisch zum Hingucker.
Die Idee beim Kauf war, häufiger als bisher mit dem Rad die 20km ins Büro zurück zu legen. Morgens mit elektrischer Unterstützung, so dass ich weniger verschwitzt ankomme und auf dem Rückweg ohne Unterstützung, um im Training zu bleiben.
Fahrgefühl 5/5
Das GXi ist wie alle Gocycle ein sehr komptaktes Rad und die Firma wirbt damit, dass dies dem bequemen Fahren nicht entgegenstehen muss und es vor allem auf die ergonomische Position der 3 Punkte - Sattel, Pedalen und Lenker - ankommt. Und dem ist auch so: es fährt sich für meine recht kleine Größe (1,65 / 65 kg) ausgezeichnet. Es ist durch die kleinen Reifen sehr wendig und die Sitzposition lässt sicher so einstellen, dass ein entspanntes Fahren aus dieser Sicht kein Problem ist.
Rahmen / Faltmechanismus 5/5
Das Rad wie beworben in 10 Sekunden zusammen bzw. auseinander zu falten ist vielleicht etwas sportlich, aber es geht wirklich schnell und problemlos. Der Faltmechanismus macht einen sehr soliden Eindruck und funktionierte jedes Mal zuverlässig. Das Fixieren des Vorderrades mit dem Gummiband hat man schnell raus. Zusammen gefaltet lässt es sich selbst im recht kleinen Kofferraum meines Prius problemlos unterbringen und es ist durchaus noch Platz für Gepäck.
Das Rollen des zusammen geklappten Rads in dem man es mit dem Sattel steuert ist nicht ganz so einfach, wie es auf den Videos ausschaut, aber machbar.
Der Rahmen und insbesondere das Cleandrive ist über jeden Zweifel erhaben. Die komplett gekapselte Mechanik ist eine geniale Idee mit perfekter Umsetzung. Man ist vor möglichem Schmutz durch die Kette ebenso geschützt wie die Kette vor dem Schmutz beim Fahren. Alle Kabel sind komplett im Inneren verlegt, was den ohnehin aufgeräumten Eindruck noch weiter verstärkt.
Bremsen 5/5
Die Bremsen lassen sich hervorragend bedienen und bringen das Rad schnell und zuverlässig zum Stehen. Eigentlich bin ich bei Scheibenbremsen wegen des Risikos des Verbiegens immer etwas skeptisch. In diesem Fall sind die Bremsen aber weitestgehend gekapselt, so dass kaum etwas passieren kann.
Motor 2/5
…ist leider aus meiner Sicht der größte Kritikpunkt, denn er ist nicht nur vergleichsweise laut - das erzeugte Geräusch ist dazu noch relativ unangenehm. Wer das erste Mal auf einem „normalen“ E-Bike sitzt ist sicher überrascht, wie man nahezu geräuschlos „angeschoben“ wird: das ist hier anders. Obwohl es an dem Rad sicher keinen Wechselstrom gibt, klingt er wie ein mit Kohlebürsten arbeitender UMAC Motor - ähnlich denen, wie sie noch vor einigen Jahren in billigen, kreischenden Waschmaschinen verbaut wurden. Das führt dazu, dass man die Klingel eigentlich nicht benutzen muss, denn sobald sich der Motor dazu schaltet, drehen sich alle vor einem um - oder fahren gleich zur Seite.
Je nach Anordnung des Motors bei einem E-Bike (Vorderrad, Mittelmotor, Hinterrad) gibt es ja Vor- und Nachteile. Die typischen Nachteile eines Vorderradmotors (z.B. Durchrutschen am Berg) konnte ich (noch) nicht feststellen und was die elektrische Unterstützung angeht, so ist diese zweifellos ausreichend. Im City-Modus bin ich locker über 50 km und im Eco-Modus deutlich über 80 km gekommen.
Motorsteuerung 2/5
Die Grundidee der Steuerung ist, dass ab einer bestimmten Pedalkraft eine - in der App definierbare - prozentuale Unterstützung erfolgt. Den Anstieg der Unterstützung kann man im „Custom“ Modus selbst definieren. Klingt super. Leider kommt es hier aber zu einer enormen Verzögerung: es braucht deutlich mehr als eine Umdrehung der Tretkurbel, bis der Motor zu- bzw. abgeschaltet wird. Das ist extrem nervig und dadurch ist es auch fast unmöglich so zu fahren, dass der Motor noch verhältnismäßig leise und gleichmäßig Unterstützung leistet. Stattdessen erfolgt dies in Schüben, was das Fahren alles andere als entspannt gestaltet.
Ich habe etwas mit der App gespielt, aber selbst mit einem extrem flachen Anstieg wurde ich nicht wirklich glücklich.
Die Frage ist natürlich, warum kommt es zu dieser Verzögerung? Sicher muss die einwirkende Kraft gemessen und ausgewertet und dann der Motor entsprechend gesteuert werden. Moderne Chips sollten ersteres aber locker nebenbei erledigen. Dann kann natürlich auch noch die Kommunikation zwischen den Komponenten (BUS Steuerung) eine Ursache sein. Dafür spräche: selbst im „On demand“ Modus dauert es eine zwar deutlich kürzere, aber dennoch spürbare Zeit, bis der Motor zuschaltet.
Cockpit 3/5
Das Cockpit ist sehr aufgeräumt. An die - je nach Situation variierende - Bedeutung der vielen roten und wenigen blauen LEDs gewöhnt man sich mit der Zeit. Dennoch wäre ein kleines LCD Modul mit aussagekräftigem Inhalt ein besseres User-Interface. Insbesondere, wenn man konkrete Einstellungen vornehmen möchte. Das ist durch eine bestimmte Reihenfolge von Drehknopf links/rechts auf/ab möglich, was im Handbuch beschrieben ist. Dabei muss man aber schnell sein und die entsprechendes LEDs zählen, damit man auch die richtigen Einstellungen ändert. Insgesamt wenig intuitiv, ein wenig 80er Jahre Stil, aber wahrscheinlich wird man ja auch eher die App dafür nutzen.
APP (iOS) 2/5
Nun ja, diese wird aber sicher auch keinen Design Preis gewinnen. Die Bedienung - zumindest unter iOS - hält sich nur eingeschränkt an Regeln für das Interface Design und ist häufig sehr gewöhnungsbedürftig. Bestimmte Einstellungen wie die Modi lassen sich - wenn man sie verschieben muss - nur schwer einstellen. Die Statistikwerte sind wenig selbst erklärend und oft nicht plausibel. Hier wäre von Grund auf ein neues, klareres App Design sinnvoll.
Leider gibt es auch keine App für die Apple Watch. Wäre es nicht schön, wenn man - um den Modus umzustellen - nicht das Smartphone aus der Tasche zücken müsste, sondern diesen einfach durch einen Tap auf die Uhr einstellen könnte?
Warum wird kein Bluetooth Interface freigegeben, das dies durch ein paar wenige Befehle ermöglicht? In der Community fänden sich sicher Leute, die dafür eine einfache App programmieren würden, vielleicht würde ich sogar selbst wieder anfangen…
Ach ja, mit 2 Gummi-Haltern lässt sich ein Smartphone am Cockpit befestigen. Das habe ich mal ausprobiert und das Handy war auch in einer Hülle. Sobald es aber etwas wackelt klappert das Handy doch erheblich und zudem verdeckt es die LEDs. Das habe ich also schnell wieder abgebaut. Da der Lenker bedingt durch das Cockpit aber relativ dick ist, habe ich noch keine passende, richtige Halterung gefunden.
Elektronische Gangschaltung 3/5
Im Gegensatz zum GX hat das GXi eine elektrische Nabenschaltung. D.h., beim Schalten gibt man nur einen kurzen Impuls an die Schaltung und die Gänge in der Nabe werden elektrisch geschaltet - nicht manuell über Bowdenzüge. Das ist grundsätzlich eine gute Idee und ermöglicht erst das "predictive Shifting“ - eine Art „Automatik“ fürs Fahrrad.
Es hat aber auch einen Nachteil: ist die Batterie leer oder tritt der weiter unten beschriebene Fehler auf, lässt sich der einmal eingelegte Gang nicht wechseln. Das kann sehr nervig sein. Und auch wenn das „predictive Shifting“ funktioniert und ich bei Autos lieber mit Automatik fahret: hier habe ich diese wieder ausgeschaltet.
Fahren ohne elektrische Unterstützung 5/5
In den vergangenen Wochen habe ich über 200 km ohne jegliche Unterstützung zurück gelegt. Das geht hervorragend! Das Rad fährt ziemlich leicht und man kommt prima voran. Eigentlich macht mir das deutlich mehr Spaß als mit dem lärmenden Motor. Wäre da nicht ein nervender Bug, den ich auch schon gemeldet habe…
Nervender Bug in der Firmware
Schaltet man das Rad ein und lässt es stehen, schaltet es sich nach 30 Minuten Inaktivität aus. Durchaus sinnvoll.
Leider geschieht dies auch, wenn man entspannt im Sportmodus fährt und zwischendurch nicht den Motor anschaltet. Dann ist das Cockpit plötzlich dunkel, Gänge lassen sich nicht schalten und selbst wenn man während des Fahrens den Einschaltknopf bedient, hilft das nichts. Beim Einschalten müssen Pedale und Räder still stehen. Das ist mir in den letzten Wochen mehr als 10 Mal passiert und nervt gewaltig. Ich hoffe, es gibt bald eine neue Firmware und erkläre mich als Betatester bereit.
Es gibt übrigens 3 unterschiedliche Firmwareversionen. Die EU Variante unterstützt bis 25, die beiden Nordamerikavarianten bis 31 km/h. Testweise habe ich diese - natürlich nur auf einem privaten Gelände ;-) - installiert. Den Bug gibt es in allen Versionen.
Letzter Kommentar von GoCycle: it's not a bug, it's a feature. Hm :-(
Lackierung 3/5
Ich habe die mattschwarze Variante gewählt und das sieht echt schick aus. Aber es ist sehr empfindlich. Auch wenn ich es nie irgendwo gegen gelehnt und immer vorsichtig behandelt habe gibt es schon einige Stellen, an denen die Farbe abgeplatzt ist. Die matte Version ist glaube ich erst mit dem GXi eingeführt worden. Vielleicht ist da der Herstellungsprozess nicht nicht optimiert.
Ladegerät/Netzteil 3/5
Das Ladegerät is relativ groß und der Lüfter mitunter deutlich zu hören, schaltet sich aber weitestgehend ab, wenn der Akku nahezu voll geladen ist. Leider gibt es keine Möglichkeit, dass Rad beispielsweise im Kofferraum eines Autos während der Fahrt zu laden. Schade
Zubehör 3/5
Die Lampen und Schutzbleche sind natürlich obligatorisch, lassen sich einfach montieren und der Busch und Müller Scheinwerfer reicht auch völlig aus. Schade, dass ihm eine USB Buchse und ein Tageslichtsensor fehlt.
Ich bin derzeit noch am Überlegen, ob eine Lenkertasche bzw. ein Gepäckträger sinnvoll wären. Letzterer kostet jedoch 300€ und ist dabei noch nicht mal i-Rack kompatibel. Bei der Marge würde wahrscheinlich selbst Apple rot vor Scham. Ich kenne Leute, die haben sich für weniger Geld ein ganzes Rad gekauft. Hier sollte das Produktmanagement noch mal in sich gehen und vielleicht ein sinnvolles Bundle schnüren.
Support 5/5
Bei komplexen technischen Geräten ist der Kundendienst nicht zu unterschätzen. Und der ist hier hervorragend. Schon vor dem Kauf erhielt ich ausführliche Antworten auf meine Fragen und auch bei kleinen Problemen wie etwa beim Erstellen eines Webshop-Accounts oder meiner Anfrage wegen des o.g. Bugs war zeitnah eine Antwort und Unterstützung da.
Und das gibt mir ein wirklich gutes Gefühl.
Fazit 3,5/5 Sternen
Auch wenn ich hier einige negative Punkte beschrieben habe, es bleibt dabei: das GXi ist ein cooles Rad.
Ich hoffe, dass diese ehrliche Kritik dem Unternehmen hilft, das Produkt weiter zu verbessern. Auf jeden Fall bin ich gespannt, was der/die Nachfolger bringen wird/werden. Und in der Zwischenzeit radle ich weiter mit meinem GXi…
P.S. Ja, “it’s electric”, aber mal angenommen, es müsste nicht so sein. Wenn man Batterie, Motor und anderem dann nicht notwendige Teile weglassen würde, könnte man locker 4-5 kg einsparen. Wenn man den Rest so lässt und so zu einem “normalen” 12 kg Faltrad dieser Qualität kommt, wäre das nicht auch cool?
Zu aller erst: es ist ein cooles Rad. Es macht Spaß damit zu fahren und man wird automatisch zum Hingucker.
Die Idee beim Kauf war, häufiger als bisher mit dem Rad die 20km ins Büro zurück zu legen. Morgens mit elektrischer Unterstützung, so dass ich weniger verschwitzt ankomme und auf dem Rückweg ohne Unterstützung, um im Training zu bleiben.
Fahrgefühl 5/5
Das GXi ist wie alle Gocycle ein sehr komptaktes Rad und die Firma wirbt damit, dass dies dem bequemen Fahren nicht entgegenstehen muss und es vor allem auf die ergonomische Position der 3 Punkte - Sattel, Pedalen und Lenker - ankommt. Und dem ist auch so: es fährt sich für meine recht kleine Größe (1,65 / 65 kg) ausgezeichnet. Es ist durch die kleinen Reifen sehr wendig und die Sitzposition lässt sicher so einstellen, dass ein entspanntes Fahren aus dieser Sicht kein Problem ist.
Rahmen / Faltmechanismus 5/5
Das Rad wie beworben in 10 Sekunden zusammen bzw. auseinander zu falten ist vielleicht etwas sportlich, aber es geht wirklich schnell und problemlos. Der Faltmechanismus macht einen sehr soliden Eindruck und funktionierte jedes Mal zuverlässig. Das Fixieren des Vorderrades mit dem Gummiband hat man schnell raus. Zusammen gefaltet lässt es sich selbst im recht kleinen Kofferraum meines Prius problemlos unterbringen und es ist durchaus noch Platz für Gepäck.
Das Rollen des zusammen geklappten Rads in dem man es mit dem Sattel steuert ist nicht ganz so einfach, wie es auf den Videos ausschaut, aber machbar.
Der Rahmen und insbesondere das Cleandrive ist über jeden Zweifel erhaben. Die komplett gekapselte Mechanik ist eine geniale Idee mit perfekter Umsetzung. Man ist vor möglichem Schmutz durch die Kette ebenso geschützt wie die Kette vor dem Schmutz beim Fahren. Alle Kabel sind komplett im Inneren verlegt, was den ohnehin aufgeräumten Eindruck noch weiter verstärkt.
Bremsen 5/5
Die Bremsen lassen sich hervorragend bedienen und bringen das Rad schnell und zuverlässig zum Stehen. Eigentlich bin ich bei Scheibenbremsen wegen des Risikos des Verbiegens immer etwas skeptisch. In diesem Fall sind die Bremsen aber weitestgehend gekapselt, so dass kaum etwas passieren kann.
Motor 2/5
…ist leider aus meiner Sicht der größte Kritikpunkt, denn er ist nicht nur vergleichsweise laut - das erzeugte Geräusch ist dazu noch relativ unangenehm. Wer das erste Mal auf einem „normalen“ E-Bike sitzt ist sicher überrascht, wie man nahezu geräuschlos „angeschoben“ wird: das ist hier anders. Obwohl es an dem Rad sicher keinen Wechselstrom gibt, klingt er wie ein mit Kohlebürsten arbeitender UMAC Motor - ähnlich denen, wie sie noch vor einigen Jahren in billigen, kreischenden Waschmaschinen verbaut wurden. Das führt dazu, dass man die Klingel eigentlich nicht benutzen muss, denn sobald sich der Motor dazu schaltet, drehen sich alle vor einem um - oder fahren gleich zur Seite.
Je nach Anordnung des Motors bei einem E-Bike (Vorderrad, Mittelmotor, Hinterrad) gibt es ja Vor- und Nachteile. Die typischen Nachteile eines Vorderradmotors (z.B. Durchrutschen am Berg) konnte ich (noch) nicht feststellen und was die elektrische Unterstützung angeht, so ist diese zweifellos ausreichend. Im City-Modus bin ich locker über 50 km und im Eco-Modus deutlich über 80 km gekommen.
Motorsteuerung 2/5
Die Grundidee der Steuerung ist, dass ab einer bestimmten Pedalkraft eine - in der App definierbare - prozentuale Unterstützung erfolgt. Den Anstieg der Unterstützung kann man im „Custom“ Modus selbst definieren. Klingt super. Leider kommt es hier aber zu einer enormen Verzögerung: es braucht deutlich mehr als eine Umdrehung der Tretkurbel, bis der Motor zu- bzw. abgeschaltet wird. Das ist extrem nervig und dadurch ist es auch fast unmöglich so zu fahren, dass der Motor noch verhältnismäßig leise und gleichmäßig Unterstützung leistet. Stattdessen erfolgt dies in Schüben, was das Fahren alles andere als entspannt gestaltet.
Ich habe etwas mit der App gespielt, aber selbst mit einem extrem flachen Anstieg wurde ich nicht wirklich glücklich.
Die Frage ist natürlich, warum kommt es zu dieser Verzögerung? Sicher muss die einwirkende Kraft gemessen und ausgewertet und dann der Motor entsprechend gesteuert werden. Moderne Chips sollten ersteres aber locker nebenbei erledigen. Dann kann natürlich auch noch die Kommunikation zwischen den Komponenten (BUS Steuerung) eine Ursache sein. Dafür spräche: selbst im „On demand“ Modus dauert es eine zwar deutlich kürzere, aber dennoch spürbare Zeit, bis der Motor zuschaltet.
Cockpit 3/5
Das Cockpit ist sehr aufgeräumt. An die - je nach Situation variierende - Bedeutung der vielen roten und wenigen blauen LEDs gewöhnt man sich mit der Zeit. Dennoch wäre ein kleines LCD Modul mit aussagekräftigem Inhalt ein besseres User-Interface. Insbesondere, wenn man konkrete Einstellungen vornehmen möchte. Das ist durch eine bestimmte Reihenfolge von Drehknopf links/rechts auf/ab möglich, was im Handbuch beschrieben ist. Dabei muss man aber schnell sein und die entsprechendes LEDs zählen, damit man auch die richtigen Einstellungen ändert. Insgesamt wenig intuitiv, ein wenig 80er Jahre Stil, aber wahrscheinlich wird man ja auch eher die App dafür nutzen.
APP (iOS) 2/5
Nun ja, diese wird aber sicher auch keinen Design Preis gewinnen. Die Bedienung - zumindest unter iOS - hält sich nur eingeschränkt an Regeln für das Interface Design und ist häufig sehr gewöhnungsbedürftig. Bestimmte Einstellungen wie die Modi lassen sich - wenn man sie verschieben muss - nur schwer einstellen. Die Statistikwerte sind wenig selbst erklärend und oft nicht plausibel. Hier wäre von Grund auf ein neues, klareres App Design sinnvoll.
Leider gibt es auch keine App für die Apple Watch. Wäre es nicht schön, wenn man - um den Modus umzustellen - nicht das Smartphone aus der Tasche zücken müsste, sondern diesen einfach durch einen Tap auf die Uhr einstellen könnte?
Warum wird kein Bluetooth Interface freigegeben, das dies durch ein paar wenige Befehle ermöglicht? In der Community fänden sich sicher Leute, die dafür eine einfache App programmieren würden, vielleicht würde ich sogar selbst wieder anfangen…
Ach ja, mit 2 Gummi-Haltern lässt sich ein Smartphone am Cockpit befestigen. Das habe ich mal ausprobiert und das Handy war auch in einer Hülle. Sobald es aber etwas wackelt klappert das Handy doch erheblich und zudem verdeckt es die LEDs. Das habe ich also schnell wieder abgebaut. Da der Lenker bedingt durch das Cockpit aber relativ dick ist, habe ich noch keine passende, richtige Halterung gefunden.
Elektronische Gangschaltung 3/5
Im Gegensatz zum GX hat das GXi eine elektrische Nabenschaltung. D.h., beim Schalten gibt man nur einen kurzen Impuls an die Schaltung und die Gänge in der Nabe werden elektrisch geschaltet - nicht manuell über Bowdenzüge. Das ist grundsätzlich eine gute Idee und ermöglicht erst das "predictive Shifting“ - eine Art „Automatik“ fürs Fahrrad.
Es hat aber auch einen Nachteil: ist die Batterie leer oder tritt der weiter unten beschriebene Fehler auf, lässt sich der einmal eingelegte Gang nicht wechseln. Das kann sehr nervig sein. Und auch wenn das „predictive Shifting“ funktioniert und ich bei Autos lieber mit Automatik fahret: hier habe ich diese wieder ausgeschaltet.
Fahren ohne elektrische Unterstützung 5/5
In den vergangenen Wochen habe ich über 200 km ohne jegliche Unterstützung zurück gelegt. Das geht hervorragend! Das Rad fährt ziemlich leicht und man kommt prima voran. Eigentlich macht mir das deutlich mehr Spaß als mit dem lärmenden Motor. Wäre da nicht ein nervender Bug, den ich auch schon gemeldet habe…
Nervender Bug in der Firmware
Schaltet man das Rad ein und lässt es stehen, schaltet es sich nach 30 Minuten Inaktivität aus. Durchaus sinnvoll.
Leider geschieht dies auch, wenn man entspannt im Sportmodus fährt und zwischendurch nicht den Motor anschaltet. Dann ist das Cockpit plötzlich dunkel, Gänge lassen sich nicht schalten und selbst wenn man während des Fahrens den Einschaltknopf bedient, hilft das nichts. Beim Einschalten müssen Pedale und Räder still stehen. Das ist mir in den letzten Wochen mehr als 10 Mal passiert und nervt gewaltig. Ich hoffe, es gibt bald eine neue Firmware und erkläre mich als Betatester bereit.
Es gibt übrigens 3 unterschiedliche Firmwareversionen. Die EU Variante unterstützt bis 25, die beiden Nordamerikavarianten bis 31 km/h. Testweise habe ich diese - natürlich nur auf einem privaten Gelände ;-) - installiert. Den Bug gibt es in allen Versionen.
Letzter Kommentar von GoCycle: it's not a bug, it's a feature. Hm :-(
Lackierung 3/5
Ich habe die mattschwarze Variante gewählt und das sieht echt schick aus. Aber es ist sehr empfindlich. Auch wenn ich es nie irgendwo gegen gelehnt und immer vorsichtig behandelt habe gibt es schon einige Stellen, an denen die Farbe abgeplatzt ist. Die matte Version ist glaube ich erst mit dem GXi eingeführt worden. Vielleicht ist da der Herstellungsprozess nicht nicht optimiert.
Ladegerät/Netzteil 3/5
Das Ladegerät is relativ groß und der Lüfter mitunter deutlich zu hören, schaltet sich aber weitestgehend ab, wenn der Akku nahezu voll geladen ist. Leider gibt es keine Möglichkeit, dass Rad beispielsweise im Kofferraum eines Autos während der Fahrt zu laden. Schade
Zubehör 3/5
Die Lampen und Schutzbleche sind natürlich obligatorisch, lassen sich einfach montieren und der Busch und Müller Scheinwerfer reicht auch völlig aus. Schade, dass ihm eine USB Buchse und ein Tageslichtsensor fehlt.
Ich bin derzeit noch am Überlegen, ob eine Lenkertasche bzw. ein Gepäckträger sinnvoll wären. Letzterer kostet jedoch 300€ und ist dabei noch nicht mal i-Rack kompatibel. Bei der Marge würde wahrscheinlich selbst Apple rot vor Scham. Ich kenne Leute, die haben sich für weniger Geld ein ganzes Rad gekauft. Hier sollte das Produktmanagement noch mal in sich gehen und vielleicht ein sinnvolles Bundle schnüren.
Support 5/5
Bei komplexen technischen Geräten ist der Kundendienst nicht zu unterschätzen. Und der ist hier hervorragend. Schon vor dem Kauf erhielt ich ausführliche Antworten auf meine Fragen und auch bei kleinen Problemen wie etwa beim Erstellen eines Webshop-Accounts oder meiner Anfrage wegen des o.g. Bugs war zeitnah eine Antwort und Unterstützung da.
Und das gibt mir ein wirklich gutes Gefühl.
Fazit 3,5/5 Sternen
Auch wenn ich hier einige negative Punkte beschrieben habe, es bleibt dabei: das GXi ist ein cooles Rad.
Ich hoffe, dass diese ehrliche Kritik dem Unternehmen hilft, das Produkt weiter zu verbessern. Auf jeden Fall bin ich gespannt, was der/die Nachfolger bringen wird/werden. Und in der Zwischenzeit radle ich weiter mit meinem GXi…
P.S. Ja, “it’s electric”, aber mal angenommen, es müsste nicht so sein. Wenn man Batterie, Motor und anderem dann nicht notwendige Teile weglassen würde, könnte man locker 4-5 kg einsparen. Wenn man den Rest so lässt und so zu einem “normalen” 12 kg Faltrad dieser Qualität kommt, wäre das nicht auch cool?
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