Keine 3 Wochen später hatten sie das gleiche Kajak - selbst die Farbe stimmt. Sogar die Paddel sind identisch. Glück gehabt, denn die Boote sind gerade Corona- und Jahreszeit-bedingt gut nachgefragt.
Nach 2 kleineren Touren auf dem Havelkanal wollten wir eine etwas längere Tour angehen. Eine schöne Option für eine Rundtour ist „Rund um Oranienburg“ - auch wenn wir das vor weniger als einem Jahr schon mal hatten.
Nachdem ich noch in Erinnerung hatte, dass der Typ an der Schleuse Pinnow am liebsten bekniet werden möchte, damit er einfach seinen Job macht, wollte ich dieses Mal eigentlich hinter der Schleuse einsetzen und dann das Boot wieder vor der Schleuse rausnehmen, um eben diesem Kniefall zu entgehen.
Während der Fahrt nach Oranienburg fand ich aber auf die Schnelle keine einfache Zufahrt zur Schleuse, ohne vorher durch die Stadt selbst zu fahren. Dann riskieren wir es einfach und setzen wieder an der Kajakvermietung ein. Da war Platz zum Parken und auch der Typ von der Vermietung - ich erinnerte mich - spazierte dort herum.
Als wir nach knapp 4 km an der Schleuse ankamen waren alle Schleusenlichter aus. Offensichtlich kein Betrieb. OK, Umtragen. Immerhin kommt man ganz gut raus. Als wir gerade dabei waren, die Boote ca. 150 m zu tragen sahen wir, dass man die Schleuse offensichtlich auch selbst bedienen kann. Nun ja, muss man wissen.
Nebenbei schrecken wir einen Graureiher auf …

Die nächsten 6-7 km geht es nach Norden - und wir haben nicht unerheblichen Südwind. Auf der ganzen Strecke kommen uns nur 2 Motorboote entgegen und wir sehen auch nur eine Handvoll Kajaks. Allerdings sind die Bäume noch etwas kahl - ganz im Gegensatz zum letzten Mal (Mitte Juli). Dafür sieht man überall frisches Grün im Unterholz sprießen.
Auf halber Strecke hat eine Kollegin direkt am Wasser ein Haus gebaut. Coole Location. Nach stressiger Arbeit abends einfach noch mal um Oranienburg kajaken. Das wärs.
Leider ist sie mit ihrem kleinen Baby unterwegs und kann nicht winken.
Kurz vor der Kreuzung an der es links nach Kremmen, geradeaus in die Sackgasse nach Sachsenhausen und rechts zu unserer nächsten Umsetzstelle geht, suchen wir uns einen Platz für ein Picknick. Mangels geöffneter Biergärten haben wir vorsorglich Gemüse, Obst, Max’ Fleischbällchen® und Kuchen mitgebracht - kommt jetzt genau richtig. Nur das Bier haben wir vergessen.
Wenig später ist Umsetzen angesagt. Aber wir erkennen den Ort nicht wieder. Ich war letztes Jahr 2 Mal hier. Ein kleiner Weg führte ca. 200 m durch einen dichten, relativ jungen Wald, wie man auf den Fotos vom letzten Jahr sieht. Jetzt ist alles abgeholzt. Von dem quer liegenden Baum, unter dem wir letztes Jahr fast in der Modder versanken ist nur ein Baumstumpf übrig geblieben.
Das macht traurig. Und wahrscheinlich werden da entweder ein paar Häuser oder ein Supermarkt gebaut. Na ja, in ein paar Tausend Jahren hat sich die Natur alles zurück geholt.
Was aber interessant ist und wir so letztes Jahr nicht sahen: hier war früher offensichtlich mal eine Schleuse. Durch das Abholzen kann man jetzt die Mauerreste gut erkennen.
Auch wenn wir jetzt Gegenwind haben, sind wir nur wenig später am Oranienburger Hafen. Das Schlossrestaurant, in dem es letztes Jahr leckeren Fisch gab, hat wie alles andere auch geschlossen.
Dafür kommen uns ab und zu lärmende Motorboote entgegen. Und das wird noch mehr, als wir dann an die Einmündung kommen, wo es links zum Lehnitzsee geht.
Dort begegnet uns aber auch ein Radler - auf dem Wasser! Letztes Jahr habe ich von einer absolut coolen Variante (Manta5 Hydrofoil Bike) des „auf-dem-Wasser-Radelns“ gelesen. Dies hier war allerdings die Vorgängerversion, die eher als eine Kreuzung aus Rad und Wassertreten daher kam. Immerhin: aus ca. 100 m Entfernung sah es so aus, als ob ein Rad auf dem Wasser fährt … Und dann waren wir auch fast schon wieder zurück am Kajakverleih. Keine 4 Stunden später. Alles ziemlich entspannt. Ich denke, es war nicht die letzte Tour um Oranienburg …
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