
Den Bahnhof Barth gibt es noch und etwa alle 2h fährt ein Zug nach Velgast. Vor dem Bahnhof stehen ein paar eigenartige Bauten. Rør-Hus. Offensichtlich ein Micro-Wohn-Konzept, das selbst für mich zu spartanisch ist - schon weil meine Lautsprecher da keinen Platz finden würden und die Akustik sicher nicht optimal ist. Selbst Mandela dürfte mehr Platz gehabt haben.
Noch einmal durch die Stadt und dann geht es nach Zingst mit kurzem Halt am Hafen und im „Betreuten Wohnen“, wo eine weitere Bekannte heute lebt. Wir suchen nach Ein- Aussatzstellen für die geplante Paddeltour von Prerow nach Zingst und werden fündig.
Mittag beim Griechen in Barth Tannenheim - hier hatte war ich schon vor 3 Jahren und 1984 hatte ich in diesem Gebäude meine Abi-Feier.
Nächster Stopp: Andrej-Nikolajew Siedlung. Hier lebten zu DDR-Zeiten vor allem Offiziere mit ihren Familien. Mitten im Wald. In vier Wohnblöcken. Heute sind 3 davon reine Ruinen und die Straße dorthin wurde sicher seit Jahrzehnten nicht ausgebessert.

Und dann zum alten Haus, in dem ich meine ersten 20 Jahre verbracht habe. Die Eigentümergemeinschaft aus 6 Familien und 20 Personen konnte sich nicht einigen und so holt sich die Natur seit knapp 30 Jahre zurück, was man ihr mal genommen hat. Einerseits traurig zu sehen, wie das, was einmal peinlich gepflegt wurde so verwildert, andererseits beruhigend, dass die Natur immer gewinnen wird.

Nur einen guten Kilometer weiter stehe ich im Wald, den wir 72 als 6-7 jährige Schüler während unseres ersten Subbotniks gepflanzt hatten. Beeindruckend. Ein paar Hundert Bäume hier habe ich gesetzt. Dann wieder Ruinen. Dieses mal die alten Bungalows eins Betriebsferienlagers, an deren Eröffnung ich mich noch gut erinnere, denn meine Mutter arbeitete damals dort.
Nach dem Besuch am Grab meiner Großeltern noch zum Kaffee bei meiner Cousine in Ribnitz und ein Bier mit einer ehemaligen Nachbarin und ein weiterer voller Tag geht zu Ende.

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