Freitag, 22. Oktober 2021

Ausflug nach Vilha Velha de Ròdão

Der Ort liegt nur eine gute Stunde entfernt und bietet toll Panoramen. Wir parken das Auto an einem schönen Platz unter Bäumen außerhalb des Ortes und wandern dann zu Fuß in selbigen. Zum Mittag gibt es einen leckern Espetada - einen Spieß, den ich nicht zuletzt von den Azoren kenne und wir machen noch eine schöne, etwa 5 km lange Wanderung am Berg zurück zum Auto. Die sollte zwar etwas anders stattfinden und wir müssen einmal umkehren, aber wir haben immer wieder eine tolle Aussicht auf den Tajo, der hier Tejo heisst und den wir schon von Alcantara her kennen. So schön der Ort ist, er hat einen Nachteil: es stinkt. Etwa so, als ob es ein Gasleck gäbe. Das liegt an der Papierfabrik und stört den ansonsten tollen Eindruck.





Wieder am Auto diskutieren wir die Vorteile, die so eine hintere Doppeltür bietet und wechseln die Wanderschuhe. Beim Schließen der Tür merke ich, dass mein iPhone zwischen Stossstange und Tür liegt. Glas splittert. Risse oben bei der Frontkamera, unten und quer über das Display. Adrenalinschub. Es lässt sich noch bedienen. Jetzt wage ich es und ziehe die Panzerfolie ab und sehe: kein Kratzer auf Display oder sonst wo. Das Panzerglas war seine 10€ (für 3 Stück davon!) allemal wert und wird gleich wieder bestellt.



Zurück in Cebolais fahren wir zu viert nach Castelo Branco. Ein netter Ort mit einem Castel auf einem Hügel, von dem man eine schöne Aussicht hat. Auf dem Weg ins Restaurant „Pinguim“ bleibe ich an einem Fenster mit Immobilienanzeigen stehen und habe prompt von einem aufmerksamen Makler seine Visitenkarte in der Hand. Man weiß ja nie …
Normalerweise trinke ich zum Abendessen ja gern ein Bier oder Glas Wein. Das Auto ist groß und ungewohnt, draußen ist es dunkel und in Portugal gilt 0,0 Promille. Ich entscheide mich für ein Wasser. Auf dem Heimweg sagt mir mein Beifahrer, dass hinter dem nächsten Kreisverkehr das Polizeigebäude wäre. Kaum ausgesprochen werden wir heraus gewunken. Da das Auto ein deutsches Nummernschild hat, werde ich sofort auf Englisch nach meinem Papieren gefragt und bekomme ein Röhrchen - das letzte hatte ich vor gut 30 Jahren,
Links neben mir schiebt jemand sein Motorrad und rechts nennt eine Dame ihren Fahrer einen Trottel, weil sie jetzt nach Hause laufen muss.
Ich werde von der freundlichen Polizei rückwärts auf die Straße eingewiesen und darf weiter fahren. 0,0 Promille! Statt den haarigen Weg im Dunkeln zu fahren übernachten wir an einem großen Patz nahe des Friedhofs und nach der Flasche Rioja würde das Röhrchen sicher einen anderen Wert anzeigen.

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