Freitag, 3. Juli 2026

Viel authentischer geht nicht

Der Camping/WoMo Platz ist jetzt nicht besonders schön und die sanitären Anlagen mit 3 WCs und 3 Duschen für alle - auch den Hütten - etwas unterdimensioniert. Aber viele Alternativen gibt es ja nicht und es ist nachts ruhig.
Wir kommen nur langsam in die Gänge, wollen die 3 km zum Museum in Troldhaugen eigentlich mit Rad oder zu Fuss zurück legen, aber es regnet. Das Paradis stelle ich mir anders vor.
So nehmen wir doch das Auto - und geben den halbwegs schönen Stellplatz auf.


Das Museum befindet sich - wie auch ein kleiner Konzertsaal - am ehemaligen Wohnhaus von Edvard Grieg, DEM norwegischen Komponisten Ende des 19. Jahrhunderts und hat einen tollen Blick auf einen See. Bei wem es jetzt noch immer nicht klingelt, dem sei gesagt: die Peer Gynt Suite war Pflicht im Musikunterricht in Ost und West. Ich kannte die moderne Version als "In the hall of the Mountain king" vom Electric Light Orchestra sogar viel früher. Aber eigentlich klang es mit Karajan so.


Das gibt es aber heute nicht, sondern 2 Konzerte mit einem Pianisten der Woche - in den 2 Sommermonaten spielt hier wohl jede Woche ein(e) andere(r) Interpret(in).
Vorher nehmen wir noch einen 30 minütigen Spaziergang mit einer jungen Dame, die viele interessante Infos preisgibt. So auch, dass Edvard und seine Frau nur 1,52 groß waren. Ich hätte also sein größerer Bruder sein können - was ich nicht oft sagen kann - aber den hatte er schon.
Das erste Konzert bestand aus einer Reihe von Liedern, die ich alle nicht kannte. Das zweite war die sehr leicht zugängliche Holberg Suite, die ich mir ein paar Tage zuvor noch einmal reinzog. Wirklich interessant ist, wenn man die Orchesterfassung kennt, sich die Piano Fassung anzuhören. Hatte ich in Eisenach schon mal mit Mussorgski's "Bildern einer Ausstellung". 
In diesem Fall auf einem Steinway Flügel auf einsamer Bühne mit tollem Blick auf die ungestörte Hütte, in der Grieg komponierte. Auch die Ausstellung durchaus interessant. Er war einer der ersten Norweger, die sich haben einäschern und im Felsen verstauen lassen. Auch da waren wir. RIP.



Es klart für eine Weile auf und wir fahren in die City von Bergen. Gar nicht so leicht, einen Parkplatz zu finden, selbst wenn man zahlen möchte. Wir umgehen das indem wir vor einem kleinen Supermarkt parken und einkaufen. In der City selbst ist viel Trubel. Wir laufen eine Runde und holen uns einen Teller mit gemixtem Räucherfisch. Da ist sogar etwas Wal dabei - also nicht nur Fisch.
Insgesamt sehr lecker und mit knapp 40 € natürlich nicht preiswert. Wir (ver)fahren uns zurück zum WoMo Platz und nehmen den Maut-Tunnel insgesamt 3 Mal mit. Und unser Stellplatz ist natürlich weg. Egal, wir finden einen anderen.




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